Navis machen dumm...

Es scheint, als würde mit dem Programmieren des Navigationsgerätes der Verstand auf Sparflamme gesetzt. Schließlich weiß ja die Technik, wohin es geht. „Man gibt einen Teil der Verantwortung an das Navi ab“, sagt z.B. Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom ÖAMTC.  

Man denkt nicht mehr mit, achtet nicht auf den Kilometerstand, nicht auf die Umgebung – „und wenn dann die Ansage kommt, führt man den Befehl aus. Eine Art blinder Technikgläubigkeit, die gerade bei Autofahrern häufig anzutreffen ist. Es ist ja auch zu verführerisch, und bequem noch dazu: sich einfach von einer Stimme leiten lassen, sich hingeben den Anweisungen aus dem Lautsprecher – und selbst keine Entscheidungen treffen müssen. Daran könnte man sich gewöhnen. Und tut es auch, was spätestens dann klar wird, wenn Fahrer plötzlich ohne die Stimme aus dem Off den Weg finden müssen. Da zeigen die navigatorischen Entzugserscheinungen so richtig die Abhängigkeit von der Technik.  

Wer jemals sein Auto mit Einparkhilfe für einige Zeit gegen ein Modell ohne hörbare Abstandsmessung eintauschen musste, wird den Effekt kennen – plötzlich ist man beim Rückwärtseinparken wieder ganz allein und auf seine eigene Einschätzung der Entfernung zum Auto in der nächsten Parklücke angewiesen.   Die genannten Beispiele führen ein grundlegendes Dilemma vor Augen: Auf der einen Seite macht Technik das Leben leichter. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass man sich zu sehr auf sie verlässt – mit allen Konsequenzen. Etwa, wenn Menschen sich keine Daten wie Telefonnummern mehr merken können, weil sie sie alle im Handy eingespeichert haben. Wissenschaftler verwenden für dieses Phänomen den Begriff „Digitale Demenz“.  

Ein solcher kulturpessimistischer Begriff passt nicht in die Welt von Gerald Steinhardt. „Man könnte auch fragen: Müssen wir wirklich unseren Kopf mit Ziffernfolgen zumüllen? Oder können wir ihn nicht für andere Dinge freihalten?“ Der Dekan der Fakultät für Informatik der TU Wien bezweifelt, dass uns Technik an sich verdummen lässt. Denn zunächst öffnen sich neue Möglichkeiten – die eben zum Teil auch mit Verlusten verbunden sind, „und diese Verluste betrauern wir“. Aber er gibt z.B. zu: „Der Niedergang des Kopfrechnens durch den Einzug des Taschenrechners in den Schulalltag könnte bedeuten, dass die Einübung in bestimmte räumlich vorgestellte Rechenoperationen erschwert wird.“  

Letztlich sei es vor allem eine Frage, wie mit Technik umgegangen wird. „Es gibt eine Tendenz, der Technik eine Verantwortung zuzuweisen“, so Steinhardt. Da misstraut man etwa zunehmend der eigenen Körperwahrnehmung – und braucht ein technisches Gerät. Verstärkt wird diese Technikgläubigkeit durch die digitalen Technologien: Konnte man früher etwa bei Autos noch sehen und verstehen, wie mechanische Teile arbeiten, ist bei der Computertechnologie längst nicht mehr nachvollziehbar, was in einem Gerät abläuft. „Damit werden diese Dinge undurchschaubar, bekommen etwas Magisches.“ Und wir sind zunehmend gewillt, das zu akzeptieren. Mit der Technikgläubigkeit lässt sich so mancher Navi-bedingte Umweg oder Ausritt in die Pampa, ins Hafenbecken etc. nicht verhindern. Noch braucht man dazu das Gehirn. Auch wenn manche Autofahrer das zeitweilig vergessen.  

DMM - Blog

  1. Gernot Zielonka :
    Gernot Zielonka
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    Des Finanzministers neueste Idee: Eine Ausreisesteuer. Jeder, der mit dem Flugzeug verlässt, ob Erwachsener oder Kind, muss die Abgabe entrichten.

    Die Meldung hob vor zwölf Jahren beinahe die gesamte deutsche Touristiker-Welt aus den Fugen. Denn wie übers Fernsehen ausgestrahlt wurde, sollten Touristen beim Verlassen des Landes eine Steuer von 150 DM pro Erwachsenem und 70 DM pro Kind entrichten. Die TV-Satire über eine erfundene neue Steuer-Idee des damaligen Finanzministers Theo Waigel sorgte an jenem denkwürdigen Wochenende des Jahres 1997 auf Flughäfen und in Reisebüros in ganz Deutschland für ein Chaos. Der überzeugend gemachte Beitrag der Magazin-Sendung „Monitor“ berichtete von „Waigels neuester Sparidee“, besagter Ausreisesteuer. Dazu wurden gestellte Bilder von wartenden Urlaubern gezeigt, die diese Steuer an Ort und Stelle zahlten. Nach Angaben der damaligen Sprecherin des Deutschen Reisebüroverbands, Ariane Alzer, fürchteten die deutschen Reisebüros einen Millionenschaden wenn nicht gar den Weltuntergang. In vielen Reiseagenturen standen die Telefone nicht mehr still. Zahllose Deutsche wollten ihre gebuchte Reise stornieren. Chaos herrschte auch an deutschen Flughäfen. Ihre Telefone wurden durch tausende verunsicherter Bürger blockiert. Auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR), zuständig für das im Ersten (Deutschen Fernsehen) ausgestrahlte Magazin, konnte sich vor Anfragen nicht mehr retten. Eine Mitarbeiterin erklärte in Köln, viele Anrufer seien empört, manche wollten auch nur wissen, ob die Pläne wahr seien. „Es war Ironie, aber das verstehen viele Leute nicht“. Die durch endlose Diskussionen über Haushaltslöcher und Steuererhöhungen verunsicherten Zuschauer hätten den Beitrag nicht als Glosse erkannt. Heute sind wir nicht sehr weit von einer solchen Idee entfernt. Und auch nicht davon, dass die meisten Bürger gar nicht die Gefahr erkennen, die über uns allen schwebt. Denn dem Staat geht das Geld vermutlich schneller aus als wir alle es wahrhaben wollen. Brauchen nur einige Bürgschaften platzen, schon muss der Steuerzahler `ran, was er so oder so muss. Mich würde nicht wundern, wenn die... » weiterlesen
  1. Gernot Zielonka :
    Gernot Zielonka
    Bei 500.000 Dollar ist Schluss

    Heute mal ein ganz anderes Thema. Was verdienen Travel- oder Mobilitätsmanager? Mit Sicherheit keine zig Millionen Euro im Jahr. Es sind zumeist zwischen 30- und 40.000 Euro Jahresgehalt. Dabei tragen auch sie sehr viel Verantwortung, müssen die Kosten für ihre Unternehmen im Griff haben. Denn die Unternehmensmobilität ist bei den meisten Unternehmen der zweit- oder drittgrößte Kostenblock.» weiterlesen

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    Gernot Zielonka
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    Müssen deutsche Geschäftsreisende bald weniger in die USA reisen? Per Gesetz will der US-Kongress eine Klausel „Buy American“ festschreiben. Das könnte zur Folge haben, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten leiden, letztlich damit ein Rückgang an Geschäftsreisen zu befürchten ist.» weiterlesen