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Also doch: Nervengift setzt Flugreisenden zu
Erstmals haben Wissenschaftler aus Norwegen und den USA das hochgefährliche Nervengift Trikresylphosphat TCP (Trikresylphosphat) im Blut von Flugpassagieren nachgewiesen. Das Gift entweicht aus den Triebwerken der Jets und gelangt, wie auch immer, in die Kabine. Das erzeugte Vergiftungsbild ist so erschreckend, dass eigentlich alles getan werden muss, um das zu vermeiden.Bis jetzt haben die meisten Airlines das Risiko heruntergespielt. Man spürt und riecht es häufig, wenn man an Bord eines Flugzeugs kommt: Dämpfe von Triebwerksöl wabern durch die Kabine. In den Dämpfen enthalten ist ein Additiv namens Trikresylphosphat (TCP). Dieser Stoff und seine Abbauprodukte im Organismus sind Nervengifte. TCP kann vor allem Nerven schädigen, es verursacht Lähmungen, die Monate oder dauerhaft anhalten können.
Organisationen von Piloten und Flugbegleitern dokumentieren seit Jahren Fälle von Vergiftungen, ohne Reaktion der Fluggesellschaften, der Flugzeugbauer und der Triebwerkshersteller. Über das jahrzehntelang verschwiegene Problem hatte im Frühjahr 2009 erstmals das ARD-Fernsehmagazin „Plusminus“ berichtet, worauf dann die Lufthansa am 18. Februar 209 in einer internen Mitteilung einräumte, „dass es bei einem von 2.000 Flügen zu einem Zwischenfall mit Öldämpfen kommt“. Aber nach außen bestreiten sie und ihre Mitbewerber sowie Flugzeughersteller die Gefahr weiter vehement, schrieb Welt online in der Ausgabe vom 05. April 2009. Solche Fälle würden „im Regelbetrieb nicht auftreten“, teilten Lufthansa und Airbus noch vor zweieinhalb Jahren mit.
Tatsächlich ist die Geschichte weit brisanter. Jeder (Geschäfts)Reisende setzt sich möglicherweise einem hohen gesundheitlichen Risiko aus, wenn er eine Flugreise unternimt. Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ am Montag berichtet, haben Forscher des norwegischen Staatsinstituts für Arbeitsumwelt erstmals das Nervengift TCP im Blut von Flugpassagieren nachgewiesen, das aus den Triebwerken stammen soll.
Wie DMM ebenfalls vor zweieinhalb Jahren schon berichtete, klagen Piloten und Kabinenpersonal seit Jahren über das nach alten Socken riechende Gift und machen es für neurologische Defekte oder sogar Berufsunfähigkeit verantwortlich. Dazu zitiert der Spiegel den Grünen-Abgeordneten Markus Tressel: „Die Regierung und die Airlines sind bislang ihrer Fürsorgepflicht für die Passagiere und Bedienstete nicht nachgekommen.“
Untermauert wird der jetzt gelungene Nachweis durch eine weitere Untersuchung: So fand ein Wissenschaftlerteam der University of Washington in Seattle mit einem neuartigen Testverfahren ebenfalls Hinweise auf TCP in sechs von zwölf untersuchten Passagieren.






