Automobil

Geschäftsreise mit Druckluft-Auto

Air France/KLM will das Druckluftautomobil „Air Pod“ des französischen Luftfahrtkonstrukteurs Guy Nègre auf den Flughäfen in Paris CDG und Amsterdam Schiphol in einem Test einsetzen.

Das dreirädrige Gefährt, das Guy Nègres Unternehmen MDI ab Mai 2009 an den Flughäfen Charles de Gaulle (Paris) und Schiphol (Amsterdam) testen lassen will, soll laut Air France und KLM über einen Zeitraum von sechs Monaten u. a. für die Beförderung von Wartungscrews eingesetzt werden. „Wir werden die Fahrzeuge hinsichtlich der Sicherheit, Ergonomie, Einsatztauglichkeit, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit überprüfen“, schreibt die Air France in seiner Pressemitteilung. Man wolle damit den „Einfluss auf die Umwelt weiter reduzieren.“ .

Der Air Pod wiegt nur 220 kg, ist 70 km/h schnell und seine Reichweite beträgt gut 200 km, sagt der Ingenieur. Gesteuert wird das Fahrzeug, dessen drei Passagiere Rücken an Rücken sitzen, mit einem Joystick. Der Wendekreis soll extrem gering sein. Der Einstieg funktioniert ähnlich der früheren BMW Isetta, denn die gläserne Fahrertür verschwindet zum Einsteigen komplett. Sie öffnet nach oben. Herzstück des zwei Meter langen Gefährts ist ein Tank mit komprimierter Luft. Wenn die Luft unter hohem Druck entweicht, treibt sie in mehreren Schritten einen Kolbenmotor (Gasexpansionsaggregat) an, der 6 kW Leistung entwickeln soll. Die verbrauchte Luft wird durch den Druckabfall sehr kalt und strömt aus dem Auspuff. Der Air Pod stößt null Emissionen aus, wenn er am Flughafen oder in der Stadt nur mit Druckluft fährt. Bei Überlandfahrt mit Druckluft und einer anderen Energiequelle sind sowohl die Emissionen als auch der Verbrauch extrem gering, verspricht MDI. Wenn keine Druckluft-Tankstelle zur Verfügung steht - ein entsprechendes Netz gibt es noch nicht - soll ein Kompressor an Bord neuen „Treibstoff“ komprimieren. Der Kompressor könnte mit diversen Brennstoffen (Diesel, Ethanol, Benzin) betrieben werden. Der Verbrauch pro 100 Kilometer, so rechnet es MDI vor, würde bei deutlich unter 2 Litern pro 100 Kilometer liegen. Die Betriebskosten liegen nach MDI-Angaben bei 50 Euro-Cent/km, die Tanks soll man an einer Druckluft-Tankstelle innerhalb von zwei Minuten aufladen können. Im November werde nach der Beta-Phase die Serienproduktion des Air Pod starten, sagt Cyril Nègre. 6.000 Euro soll er kosten. Die Franzosen haben bereits Pläne für eine ganze Flotte von Druckluftautos in der Schublade - vom Minivan über Kleintransporter bis hin zum Bus. Der nächste Schritt nach dem Air Pod soll der "One Flow Air" sein, ein viersitziges Cabrio.

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