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20. Oktober 2009
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Alkoholverbot im Zug bei DB und ÖBB

Der private Bahnbetreiber Metronom verbietet das Mitbringen und Genießen alkoholischer Getränke in seinen Zügen offiziell ab 15. November 2009. Nun überlegen Deutsche Bahn und ÖBB sowie Verkehrsverbünde, ob sie dem Beispiel folgen sollen.

Deutsche Bahn und ÖBB prüfen derzeit noch, heißt es übereinstimmend in Berlin und Wien. Kritiker fürchten aber, dass das Verbot kaum kontrolliert werden kann.Die Bahngesellschaften klagen übereinstimmend über Sachbeschädigungen in dreistelliger Millionenhöhe sowie über Übergriffe auf unbeteiligte Fahrgäste.

Angeregt hat den Genuss alkoholischer Getränke an Bord von Zügen in Deutschland der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg. Er sagte, es müsse über ein Verkaufsverbot von Alkohol an Bahnhöfen, z.B. dann, wenn Fußballchaoten zu den Spielen unterwegs sind, nachgedacht werden.  Außerdem sollte kontrolliert werden, dass Fahrgäste keinen Alkohol mit in die Bahnen nähmen. Die Belastung der Polizei bei Fußballspielen sei nicht mehr zu bewältigen. Zudem würden immer mehr Bahnfahrgäste auch gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt, ergänzen Befürworter des Alkoholverbots. 

Die Deutsche Bahn prüft nun, ob und wie man ein Alkoholverbot zunächst in Nah- und Regionalzügen umsetzen könnte. Dazu werden Kunden und die Verkehrsverbünde befragt. Der Bundesvorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, hat sich gegen ein generelles Alkoholverbot in Bahnhöfen und Zügen ausgesprochen. Sinnvoller sei es, bei Volksfesten und Fußballspielen gezielt gegen volltrunkene Fahrgäste vorzugehen. Dafür sei aber mehr Personal nötig, sagte Hommel.

Der Alkohol sei nicht das einzige Problem. Die Bahnmitarbeiter klagten immer mehr über gewalttätige Ausschreitungen. So terrorisierten randalierende Schüler in Regionalzügen Personal und Fahrgäste. Mitarbeiter würden von Passagieren angerempelt, bedroht, angebrüllt und mitunter auch verprügelt.

Die private norddeutsche Eisenbahngesellschaft Metronom hat schon eine Entscheidung getroffen: Nach zahlreichen Beschwerden ist ab 15. November in ihren Zügen der Konsum von Alkohol verboten. Denn bei Pöbeleien, Beschädigungen und Gewaltakten sei Alkohol fast immer mit im Spiel, und Züge seien nun mal keine Knaipen, so Sprecherin Tatjana Festerling (DMM berichtete).

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