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Alle Bahntickets aus einer Hand
Tickets für alle auf deutschen Schienen verkehrenden Züge aus einer Hand? Für Firmenkunden könnte ein Wunsch wahr werden.
Die DB plant künftig auch die Tickets von Wettbewerbern mit zu verkaufen und mit den Konkurrenten gemeinsame Tarife zu entwickeln.

Das geplante Hansenetz mit mehr Metronom-Zügen, die bis Hamburg Hbf durchgebunden sein sollen, droht nach dem Nein der Hansestadt Hamburg zu scheitern.
Denn die Deutsche Bahn will angeblich zusammen mit ihren Konkurrenten eine einheitliche Tarifgestaltung für Nah- und Fernverkehr schaffen sowie über Neuregelungen der Einnahme-Aufteilungen sprechen. Zudem will die DB künftig angeblich auch Tickets der anderen Bahnen verkaufen.
Derzeit fahren rund 320 Privatbahnen auf deutschen Trassen, die meisten davon freilich im Güterverkehr. Aber auch im Personenverkehr tut sich etwas. Noch hält die Deutsche Bahn auf dem Heimatmarkt im Fernverkehr praktisch ein Monopol. Lediglich die Deutschland-Tochter des französischen Mischkonzerns Véolia bedient mit dem auch bei Geschäftsreisenden sehr beliebten InterConnex die Strecke von Leipzig über Berlin nach Rostock-Warnemünde. Die Züge sind in dieser Relation meist viel besser besetzt als die parallel fahrenden ICE und Regionalexpresszüge der DB, die noch dazu teurer sind, wie kürzlich eine TV-Umfrage ergab.
Ab 2010 soll jede Bahn eines EU-Mitglieds ohne Einschränkungen in allen Ländern der EU grenzübergreifende Zugverbindungen anbieten können. In Bezug auf den Fernverkehr haben bereits die französische Staatsbahn SNCF aber auch die italienische Trenitalia angekündigt, mit eigenen Fernzügen quer durch Deutschland brausen zu wollen. Dasselbe plant Locomore Rail mit Ex-österreichischen Triebzügen (ab Ende 2010 mehrmals täglich auf der Strecke von Köln nach Hamburg).
Im regionalen Personenverkehr sind neben Véolia der britische Verkehrskonzern Arrvia (Alex-Züge) und die Benex (Tochter der Hamburger Hochbahn HHA) aktiv, ebenso die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (ODEG) und andere.
DB Regio will angeblich Zahlen über Fahrgästen, Kosten und Erlöse öffentlich machen, so dass sich Privatanbieter ein Bild davon machen können, ob für sie ein Einstieg in bestimmte Relationen sinnvoll sein kann oder nicht.



