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Lufthansa setzt auf Leiharbeiter an Bord
Mit Leiharbeitern an Bord, die billiger sind, will die Lufthansa auf den Berlinstrecken und später vielleicht auch anderswo ihre Personalkosten drücken. Krach mit Gewerkschaften ist vorprogrammiert.Die Lufthansa wächst in Berlin, schreibt in einem Pressebericht von 30 neuen Zielen ab Sommer 2012, von einer Aufstockung von neun auf 15 Flugzeuge, von einem über 40 % erweitertem Sitzplatzangebot, von Investitionen von mehr als 60 Mio. Euro am künftigen Flughafen BER und der Schaffung mehrerer hundert Arbeitsplätze in der Hauptstadtregion. Firmenkunden dürfte auch freuen, dass sie mit LH künftig zu Spottpreisen von und nach Berlin fliegen dürfen. Zwei Tage später dann diese Nachricht: Europas größte Fluglinie will in Berlin ab 2012 keine eigenen FlugbegleiterInnen mehr einsetzen, sondern Leiharbeiter des Hamburger Personaldienstleisters Interpersonal.
Die Nicht-Lufthanseaten erhalten aber nur befristete Verträge und auch keine vergleichbare Altersvorsorge, ließ LH-Passage-Vorstand Carsten Spohr am Mittwoch in Berlin die Katze aus dem Sack. Das Einstiegsgehalt der Leih-Stewards und -Stewardessen soll sich auf ca. 1.750 Euro brutto im Monat belaufen, also ca. 1.200 Euro netto. Auch bei den Piloten will Carsten Spohr ein Fünftel einsparen. Die LH will damit ihre Personalkosten um ca. 20 % drücken. Bewährt sich das Prinzip, könnte es ausgeweitet werden.
Die Stärkung der Präsenz in der Hauptstadtregion nach der Eröffnung des neuen Hauptstadt-Flughafens Berlin-Brandenburg 'Willy Brandt’ im Juni 2012 schafft zwar neue Wachstumsdynamik und Marktchancen, wie es Carsten Spohr, Vorstand Lufthansa Passage, formulierte. Das Ganze aber soll auf dem Rücken künftiger Leiharbeiter an Bord finanziert werden.
Bislang stehen der Lufthansa Konzern und seine Partner-Airlines in Berlin für ein Viertel der 21 Mio. Passagiere. Um diesen Anteil deutlich zu steigern, wird der Konzern ab Sommer 2012 auf den Strecken von und nach Berlin insgesamt 35 Flugzeuge einsetzen.






