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Deutschlands Hotels mit starken Preisschwankungen

Die Hotelpreise in Deutschland schwankten im ersten Quartal 2012 deutlich. In den europäischen Metropolen bewegten sich die Zimmerraten mit wenigen Ausnahmen moderat. Außerhalb Europas legten die Preise in vielen der untersuchten Städte zweistellig zu.

In Deutschland entwickelten sich die Hotelzimmerpreise im ersten Quartal 2012 sehr unterschiedlich. Den größten Anstieg verzeichnete Stuttgart mit einem Plus von 10 % auf durchschnittlich knapp 93 Euro pro Zimmer und Nacht. Die baden-württembergische Hauptstadt profitierte von der guten wirtschaftlichen Lage in der Region. Zudem führten gut besuchte Messen zu einer deutlich gestiegenen Zimmernachfrage und damit zu höheren Preisen gegenüber dem Vorjahresquartal. Anders die Situation in Frankfurt/M.: Viele neue Hotels in der Mainmetropole drücken die Preise. Der durchschnittliche Zimmerpreis betrug in der Hessenmetropole im ersten Quartal 2012 gut 97 Euro. Das sind rund 5,8 % weniger als im Vorjahresquartal. Damit gibt Frankfurt die Spitzenposition der teuersten Hotelstädte Deutschlands an Köln ab. In den untersuchten deutschen Metropolen kostete nur in der Domstadt ein Hotelzimmer durchschnittlich mehr als 100 Euro pro Nacht. Im ersten Quartal 2012 profitierte Köln besonders von hohen Zimmerpreisen in der Karnevalswoche und großen Messen wie der Möbelmesse IMM oder der Süßwarenmesse ISM, die für eine hohe Zimmerauslastung sorgten.    Besonders günstig blieben Hotelübernachtungen in Dresden und Berlin. Einen durchschnittlichen Zimmerpreis von knapp 75 Euro mussten Dresden-Besucher einplanen. Hier gaben die Preise um knapp drei Prozent nach. In der Bundeshauptstadt kosteten Hotelübernachtungen gut 82 Euro und damit rund 1,2 % mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres.   Zu den oft besuchten europäischen Städten im ersten Quartal 2012 gehören Wien, Paris, London und Prag. Während die Zimmerpreise in Wien mit knapp 91 Euro pro Nacht nahezu unverändert blieben, konnten besonders London und Prag vom ungebrochenen Trend zu Städtereisen und hohen Besucherzahlen profitieren. In der diesjährigen Olympiastadt stiegen die durchschnittlichen Zimmerpreise im ersten Quartal aufgrund der hohen Nachfrage um 4,9 % auf 125 Euro pro Nacht. Hotelübernachtungen in Prag verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als 9 % auf 61 Euro pro Zimmer und Nacht. Ähnlich günstig konnten Besucher in Budapest übernachten. In der ungarischen Hauptstadt lagen die durchschnittlichen Zimmerpreise bei knapp 64 Euro pro Nacht und waren damit etwa 1,9 % günstiger als im ersten Quartal 2011.   Am teuersten fielen Hotelübernachtungen in Europa mit durchschnittlich 152 Euro pro Zimmer und Nacht in Moskau aus. Ebenfalls traditionell hochpreisig zeigte sich Zürich mit gut 144 Euro pro Nacht. In etwa der Hälfte der untersuchten europäischen Metropolen gaben die Hotelpreise nach. Am stärksten fiel das Minus mit über 10 % in Oslo und knapp 9 % in Lissabon aus. Portugal leidet stark unter einer nationalen Wirtschaftskrise; u.a. ließ das damit verbundene rückläufige Geschäftsreiseaufkommen die Hotelpreise in Lissabon auf nur noch 69 Euro pro Nacht fallen.   Erneut sinkende Preise auch in Athen. Die griechische Hauptstadt leidet weiterhin unter dem Rückgang bei Business Travellern und Städtereisenden, was die Hotelpreise drückte. Knapp 76 Euro mussten Athen-Reisende im abgelaufenen Quartal durchschnittlich für ein Hotelzimmer bezahlen, was ein Minus von mehr als 2 % bedeutet.   Außerhalb Europas entwickelten sich die Preise fast ausschließlich nach oben. In 18 der 20 untersuchten Städte stiegen die Preise – häufig sogar im zweistelligen Prozentbereich. Den größten Preissprung mit 48 % erlebte Rio de Janeiro. Aufgrund des starken Wirtschaftswachstums und der im Zuge der Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2014 verbesserten Infrastruktur steigen seit Monaten die Raten für Hotelübernachtungen am Fuße des Zuckerhuts. Darüber hinaus lockte der diesjährige Karneval noch mehr Touristen in die Stadt, was die Zimmerpreise weiter verteuerte – auf durchschnittlich 239 Euro pro Nacht. Damit nimmt Rio de Janeiro den Spitzenplatz unter den teuersten Hotelstädten weltweit ein und übertrumpft den letztjährigen Spitzenreiter Sydney. Hotelübernachtungen in der australischen Metropole kosteten im ersten Quartal 2012 durchschnittlich 180 Euro, etwa 4,6 % mehr als im Vorjahresquartal. Auf Platz drei der teuersten Hotelstädte liegt Moskau. Hier verlangten Hotels im Durchschnitt knapp 152 Euro.   Hohe Preisaufschläge von über 20 % verzeichnen auch Miami, Hongkong und besonders Mexiko Stadt. Wer im ersten Quartal 2012 in die mexikanische Hauptstadt reiste, musste mit durchschnittlichen Zimmerpreisen von 105 Euro pro Nacht rechnen, ein Preisanstieg von mehr als 36 % gegenüber dem ersten Quartal 2011.   Eine deutliche Erholung der Wirtschaft und mehr Reisende aus Europa sorgten in vielen US-amerikanischen Städten für signifikant steigende Zimmerpreise. Besonders in Miami verteuerten sich Hotelübernachtungen. Die Zimmerpreise lagen im ersten Quartal 2012 durchschnittlich bei gut 122 Euro und damit um 28 % über denen des Vorjahreszeitraums. Ähnlich hohe Steigerungsraten zeigt Hongkong. Viele internationale Firmen verlagerten im vergangenen Jahr ihre Asienzentrale in die ehemalige britische Kronkolonie. Die damit verbundenen zahlreichen Geschäftsreisen führten zu einer spürbar gestiegenen Nachfrage nach Hotelzimmern, was die Durchschnittspreise um ca. 21 % auf 137 Euro pro Nacht steigen ließ.   Über fallende Zimmerpreise konnten sich Geschäftsreisende in Buenos Aires und Mumbai freuen. In Mumbai kostete ein Hotelzimmer mit durchschnittlich 100 Euro rund 18 % weniger als im ersten Quartal 2011. Am günstigsten übernachteten Reisende im ersten Quartal 2012 in Bangkok. Trotz eines Preisanstieges von 4,8 % kostete ein Hotelzimmer in Bangkok durchschnittlich nur 58 Euro. Ähnlich günstig waren Peking mit 62 Euro und Kuala Lumpur mit 65 Euro pro Nacht.

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