Bahn

25. Juli 2016 | Von: Gernot Zielonka

Zu wenige Lokführer - Bus statt Zug

Neue Triebzüge, nicht genügend ausgebildete Lokführer, hoher Krankenstand und die Urlaubssituation, das sind die Gründe dafür, dass die Regionalbahn RB26 auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt Seelow-Gusow bis Kostrzyn ab Dienstag, 26. Juli 2016 vorübergehend bis voraussichtlich 04. September im Busersatzverkehr bedient werden muss.

Wie bekannt ist, sind die für den grenzüberschreitenden Verkehr beschafften „Link“-Triebwagen statt wie geplant rechtzeitig vor dem Fahrplanwechsel 2015 erst Mitte Juni diesen Jahres an die Niederbarminer Eisenbahn (NEB) übergeben worden. Zum Einsatz der Fahrzeuge ist eine ca. achttägige Ausbildung jedes Triebfahrzeugführers auf der RB26 notwendig. Dort soll das Fahrzeug zukünftig eingesetzt werden.

Inzwischen konnten einige die notwendige Baureihenausbildung bekommen, es hat sich aber herausgestellt, dass aufgrund der Urlaubszeit und des Krankenstandes die Ausbildung im erforderlichen Umfang bei laufendem Betrieb mit dem vorhandenen Personalbestand nicht schnell genug umgesetzt werden kann. Dies beeinträchtigt die Stabilität des gesamten Betriebes bei der NEB, bedingt durch den insgesamt zu geringen einsatzfähigen Fahrzeugbestand.

Zur unbefriedigenden Situation Detlef Bröcker, Geschäftsführer der NEB: „Aufgrund der spezifischen notwendigen Kenntnisse im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden Verkehr auf der RB26, wie auch infolge des deutschlandweiten Mangels an Triebfahrzeugführern ist ein Ersatz der eigenen Lokführer während der Ausbildungszeit durch externe Personale derzeit leider nicht möglich. Wir sehen uns daher schweren Herzens gezwungen, zur Stabilisierung der betrieblichen Situation und zur Ermöglichung der dringend notwendigen Ausbildung auf den „Link“-Triebwagen, für einen begrenzten Zeitraum mit Ersatzverkehr zu fahren. Damit soll sichergestellt werden, dass spätestens zum Schuljahresbeginn die neuen Triebwagen auf der RB26 stabil eingesetzt werden und in der Folge der Verkehr auf allen Linien der NEB in gewohntem Umfang und Qualität durchgeführt werden kann.“

Konkret fährt die RB26 auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt Seelow-Gusow bis Kostrzyn ab Dienstag dem 26. Juli 2016 vorübergehend bis voraussichtlich 04. September im Busersatzverkehr. Ab Berlin-Lichtenberg bis Seelow-Gusow fahren alle Züge nach dem regulären Fahrplan. Von Seelow-Gusow Bahnhof fahren Ersatzbusse nach Küstrin-Kietz Dorf. Dort erfolgt ein Umstieg in kleinere Busse, die dann bis Kostrzyn Bahnhof fahren ebenso in umgekehrter Richtung. Der zusätzliche Umstieg ist durch die eingeschränkte Traglast der Brücke erforderlich. Werbig ist durch einen separaten Bus-Pendel von/nach Seelow-Gusow angebunden. Einige Züge in den Randlagen sind nicht betroffen. Ob ein Schienenverkehr mit Umstieg in Seelow-Gusow für den Zug von/nach Krzyz möglich ist, wird aktuell noch geprüft. Quelle: NEB / DMM

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