Panorama

09. Dezember 2016 | Von: Gernot Zielonka

Wo des Geschäftsreisenden Augen leuchten

Es sind nicht gerade wenige Mobilitätsmanager und Geschäftsreisende, die sich das Original, mit dem sie reisen, en miniature ins Büro oder nachhause holen. Appetit holen können sie sich künftig im neuen Märklin Museum (märklineum) in Göppingen.

Die Nr. 1 unter den europäischen Modellbahnherstellern plant den Bau eines neuen Museums mit imposanter Modelleisenbahnanlage und Erlebniswelt. Eine Märklin Stiftung, gegründet von der Kreissparkasse Göppingen, sichert mit dem Erwerb der Märklin-Sammlung so den Standort Göppingen für die wertvollen Exponate des legendären Turmzimmers und macht sie ab Mitte 2019 der Öffentlichkeit zugänglich.

„Kaum ein anderes Spielwarenunternehmen kann auf eine so lange Geschichte zurückblicken wie Märklin. Im nächsten Jahr feiern wir bereits den 200. Geburtstag von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin, der das Unternehmen 1859 gründete“, so Florian Sieber, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Im Turmzimmer des Firmengebäudes wurden seit Beginn der Modellbahnproduktion regelmäßig Musterteile sorgsam eingelagert und aufbewahrt. Die einmaligen Exponate, Handmuster und Zeichnungen entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer wertvollen Sammlung, die als einzigartiges Ensemble ein wertvolles Kulturgut darstellt.

„Mit unserem neuen märklineum - der Name wurde nach einer Mitarbeiterbefragung gewählt – wollen wir große und kleine Besucher gemeinsam in die faszinierende Welt der Modelleisenbahn eintauchen lassen. Die Märklin-Schätze sollen glanzvoll präsentiert und Historisches interessant dargestellt werden. Gleichzeitig wollen wir Besuchern Einblicke schenken in die aufwändige Märklin Produktion und ihnen Gelegenheit geben, das spannende und interessante Hobby Modelleisenbahn miteinander zu erleben“, fasst Florian Sieber die Ideen zusammen.

Mit der architektonischen Gestaltung der neuen Erlebniswelt wurde das Architekturbüro Kehrbach Planwerk aus Schwabach bei Nürnberg beauftragt. Für den Innenausbau und das Museumskonzept zeichnet das Innenarchitekturbüro Noack&Etschmann verantwortlich.

Auf rund 1.500 m² Fläche in einem zugekauften Gebäude aus dem Jahr 2000 sollen nach umfangreichen Umbaumaßnahmen eine Empfangshalle für Besucher, Schulungsräume, ein Servicecenter, eine Fundgrube und ein Bistro entstehen. Zugang haben Gäste über den Innenhof des Werksgeländes oder von der Stuttgarter Straße aus. Die Zufahrt per Auto erfolgt über eine neue Abbiegerspur über die Reuschstraße.

Im Teil des Firmengebäudes parallel zur Stuttgarter Straße, das 1956 entstand, werden nach dem Umbau die historischen Märklin Exponate im zweiten und dritten Stock ihr neues Zuhause finden. Zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock muss eine Decke weichen, damit genug Raum für die große Miniaturwelt im Maßstab 1:87 frei wird. In diesem Raum mit einer Grundfläche von über 300 m² wird in mehreren Bauabschnitten, die sich über die Eröffnung des Museums hinaus erstrecken, eine imposante Anlage entstehen.

Die Bauarbeiten für das märklineum sind nach Baufreigabe durch die Stadt Göppingen mit der Entkernung eines bestehenden Gebäudes bis zur Fertigstellung des kompletten Areals für den Zeitraum Januar 2017 bis Ende 2018 angesetzt. Es ist geplant, interessierten Besuchern in der Bauphase zu bestimmten Terminen die Möglichkeit zu bieten, den Baufortschritt der großen Modellbahnanlage zu verfolgen.

Übrigens wurde Märklin zu einer "Marke des Jahrhunderts" gewählt. Mit dieser Auszeichnung werden Marken geehrt, die für eine ganze Produktgattung stehen. Märklin zählt damit zum exklusiven Kreis der stärksten Marken Deutschlands. In der dazu erschienenen Enzyklopädie "Marken des Jahrhunderts - Stars 2016" heißt es über den Spielwarenproduzenten: "Es gibt Dinge, die eine Generation exklusiv mit ihrer Kindheit verbindet, z. B. ein bestimmter Song. Und es gibt eine Marke, die Menschen generations­übergreifend mit ihrer Kindheit verbinden: Sie heißt Märklin." Quelle: Märklin / DMM 

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