Panorama

10. Januar 2017 | Von: Julia Zielonka

Fernbusse - Bleibt die Sicherheit auf der Strecke?

Geschäftsreisende leben gefährlich, wenn sie einen Fernbus nutzen. Eine „Team Wallraff“-Reportage (RTL) über die Fernbus-Branche hat nachgewiesen, dass Sicherheit nicht an erster Stelle steht. Die Einhaltung der Fahrpläne und eine möglichst große Einsparung von Kosten erscheinen den Anbietern offensichtlich wichtiger als ein ausgeschlafener, fitter Busfahrer. Neben der Übermüdung gibt es aber noch eine weitere Gefahr, die Fernbusfahrer und Autofahrer gleichermaßen unterschätzen. Der gefährliche Trend mit dem Handy am Steuer.

Übermüdung ist wohl eine der gefährlichsten Ablenkungen am Steuer. Gegen den Sekundenschlaf kann man nur eine Weile gegenhalten. Aber wenn die Müdigkeit unerträglich wird und man doch ein Auge schließt, ist der Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes im Blindflug und das kann für alle Fahrgäste in einem Fernbus dramatische Folgen haben.

Ähnliches gilt aber auch für die Ablenkung durch das Smartphone am Steuer. Der gefährliche Trend macht auch vor der Busbranche nicht Halt. Dr. Michael Haberland, Verkehrsexperte und Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. sieht im Handy am Steuer ebenfalls eine extreme Gefahr, die jährlich zahlreiche Menschenleben kostet. Er fordert ein Umdenken aller Verkehrsteilnehmer und verantwortungsvolles Verhalten im Straßenverkehr.   

Die Gefahr kennt mittlerweile fast jeder, trotzdem passieren immer häufiger Unfälle aufgrund der Ablenkung durch das Smartphone. Abgelenkt durch das Handy entsteht ein 23-fach höheres Unfallrisiko und man gefährdet dadurch sich selbst und auch andere unschuldige Verkehrsteilnehmer. So muss insgesamt für Deutschland von jährlich mindestens 500 Verkehrstoten im Straßenverkehr aufgrund von Ablenkung, meist hervorgerufen durch das Smartphone am Steuer, ausgegangen werden. Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht die enorme Gefahr: Ist der Fahrer „nur“ 3 Sekunden während der Fahrt durch das Handy in der Hand abgelenkt, dann bedeutet dies bei 80 km/h ein Blindflug von 66,7 m, bei 100 km/h ein Blindflug von 83,3 m und bei 130 km/h ein Blindflug von 108,3 m!   

Daher möchten der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. und viele weitere namhafte Partner mit der Verkehrssicherheitskampagne „BE SMART – Hände ans Steuer, Augen auf die Straße“ Autofahrer und Verkehrsteilnehmer für die Gefahr der Handynutzung am Steuer sensibilisieren. „BE SMART! Hände ans Steuer - Augen auf die Straße“ ist ein gemeinsames Projekt des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. und der TÜV SÜD AG. Sie ist die erste bundesweite Kampagne ihrer Art, die Verkehrsteilnehmer für die Gefahr der Handynutzung am Steuer sensibilisiert und deren Schirmherrschaft der Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt übernommen hat. Quelle: Mobil in Deutschland e.V. / DMM 

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