Luftfahrt

08. Januar 2017 | Von: Gernot Zielonka

JFK wird fit gemacht fürs 21. Jahrundert

New Yorks Gouverneur Andrew M. Cuomo präsentierte am 04. Januar 2017 in Albany im US Bundesstaat New York die Pläne für Aus- und Umbau des JFK-Flughafens. Der Airport aus dem Jahr 1948, eines der bedeutendsten Gateways von und nach den USA, soll fit fürs 21. Jahrhundert gemacht werden.

Basierend auf Empfehlungen des Airport Advisory Panels soll ein mit den großen Flughäfen dieser Welt wettbewerbsfähiger neuer “Weltklasse-Flughafen” JFK entstehen, der für das erwartete Wachstum bis zum Jahr 2050 gerüstet ein wird. Hatte JFK in 2016 erstmals die 60-Mio.-Marke bei den Passagierzahlen überschritten, so werden bis 2030 etwa 75 Mio. Passagiere erwartet und bis 2050 rund 100 Mio..

Wie Cuomo ausführte, soll JFK zu einem supermodernen intermodalen Worldclass-Airport umgebaut werden. Kernstück des Plans ist die Verbindung der heute noch weit auseinanderliegenden sechs Terminals; die jüngeren davon sollen ausgebaut, die älteren umgebaut oder verlegt werden. In den Terminals sollen Weltklasse-Annehmlichkeiten für die Besucher entstehen, darunter Top-Restaurants, Dutyfree-Shops, viele Geschäfte namhafter Firmen, Konferenz- und Meeting-Räumlichkeiten u.v.a.m.. Außerdem erfolgte schon vor wenigen Wochen im Dezember 2016 der Spatenstich für das neue TWA Flight Center Hotel. 

Der künftige JFK soll sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße wesentlich besser an Manhattan angebunden werden. So werden die ohnehin schon gute Schienenanbindung weiter verbessert (Kapazitätsverdoppelung beim AirTrain, Verbesserungen bei MTA’s U-Bahn und bei den Verbindung der LIRR zum AirTrain am Jamaica Bahnhof) und eine neue Ringstraße realisiert, die an allen miteinander verbundenen Terminals vorbeiführt und schnellen bzw. direkten Zugang zu den Terminals erlaubt.

 Innerhalb der Ringstraße soll ein riesiges Parkareal für mehrere zehntausend Automobile zum Kurz- und Langzeitparken geschaffen werden. Entlang er Ringstraße sollen Stationen der Mietwagen- und Carsharing-Anbieter sowie Taxizentren mit extra großflächige angelegten Taxispuren entstehen. In Bezug auf den straßenseitigen Ausbau werden die beiden Flaschenhälse Van Wyck Expressway und Kew Gardens Interchange ausgebaut. Es kann nämlich nicht sein, so der Gouverneur bei der Vorstellung, dass man mit dem Auto von Manhattan Mitte bis zum JFK für die 25 km Distanz bis zu zwei Stunden braucht, was insbesondere auch die Taxi-Beförderungskosten in die Höhe treibt. Cuomo stellte allein für die Erweiterung der “Engstellen” der beiden genannten Zufahrtsstraßen Mittel seitens des State Department of Transportation in Höhe von 1,5 bis 2 Mrd. USD/Euro in Aussicht.

In den Terminals wird State-of-the-art-Sicherheitstechnologie zu finden sein u.a. mit Gesichtserkennung, Video-Tracking etc.. Die Modernisierung schließt des Weiteren auch den Ausbau der Rollwege für die Flugzeuge ein. Denn diesbezüglich geht es heute oft sehr eng zu, so dass es immer wieder zu Verspätungen kommt. Sämtliche Um- und Ausbaumaßnahmen sind mit einer Investition von ca. 10 Mrd. USD/Euro geplant. Davon sollen etwa 7 Mrd. USD/Euro aus privatem Investment kommen.  

Der JFK Kennedy liegt im Stadtteil Jamaica, das zum Stadtbezirk Queens gehört und etwa 25 km von Mid-Manhattan entfernt ist. Zwischen den Terminals und diversen infrastrukturellen Einrichtungen wie Parkhäusern, Hotels und nicht zuletzt zwei Haltestellen für die New Yorker Untergrundbahn „Subway“ verkehrt der Schienenzug „Airtrain“, der für 15 USD/Person zur Fahrt nach Manhattan genutzt werden kann. Das ist ein Viertel des Taxi-Preises.  

JFK steht an 59. Stelle der Top 100 Airports in der Welt, was seine Performance betrifft. In den USA nimmt JFK zwar „nur“ Rang fünf und global Platz 17 der größten Flughäfen ein, doch die Atmosphäre könnte nicht quirliger und bunter sein. Er ist einer von sechs New Yorker Flughäfen (neben John F. Kennedy International Airport noch LaGuardia Airport, Newark Liberty International Airport, Teterboro in Teterboro und Elizabeth in New Jersey sowie Stewart International Airport in Newburgh), betrieben von der Port Authority of New York and New Jersey. Interessant: Gouverneur Cuomo führte als eines der Vorbilder, die für den künftigen neuen JFK stehen, auch den Flughafen München an.  

Aktuell stehen der Passagieren von mehr als 100 Airlines (JFK ist u.a. Hub von American Airlines, Delta und JetBlue Airways) sechs Terminals zur Verfügung. Übrigens gibt es auch ein Terminal 8, von dem man abfliegen kann. Die Terminals von JFK sind von eins bis acht nummeriert; Terminal 3 und Terminal 6 wurden jedoch im Laufe von Umbauarbeiten in den Jahren 2011 und 2013 abgerissen. Seit seiner Inbetriebnahme am 01. Juli 1948 ist der Flughafen bereits fünf Mal erweitert worden. Auch in 2016 liefen Modernisierungsarbeiten. Bis heute sind fast 7 Mrd. USD an Investitionen in JFK geflossen. Dank der vier Start- und Landebahnen verfügt JFK über insgesamt mehr als 14 km Piste, um den Flugbetrieb reibungslos zu bewältigen. Quellen: Port oft Authority NY and NJ / https://www.governor.ny.gov / DMM 

JFK wird fit gemacht fürs 21. Jahrundert
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