Panorama

12. Februar 2017 | Von: Gernot Zielonka

Airbnb und seine zwei Seiten

Airbnb übernimmt wahrscheinlich die kanadische Villen-Miet-Plattform "Luxury Retreats". Der Kaufpreis wird auf rund 200 Mio. US-Dollar geschätzt. Eine bemerkenswerte Seite zeigt der Unterkunftsvermittler, indem er sich für Menschen in Not, insbesondere Flüchtlinge, stark macht.

Luxury Retretas funktioniert ähnlich wie Airbnb - allerdings mehr für Leute mit dickerer Brieftasche. User können sich via Internet eine Luxus-Unterkunft buchen – die Preise beginnen bei ungefähr 700 USD pro Nacht. Im Angebot von der in Montreal (Kanada) beheimateten Firma findet sich auch eine italienische Villa, die im Besitz des Hollywood-Regisseurs Francis Ford-Coppola steht sowie Necker Island von Richard Branson. Airbnb äußerte sich offiziell gegenüber verschiedenen US-Medien nicht zu den Spekulationen um den Deal, bekundete in letzter Zeit aber mehrfach Interesse an Objekten aus dem Luxus-Segment. Leisten könnte sich der Bettenvermittler den Luxus-Anbieter problemlos: Airbnb hat im letzten Jahr fast 3 Mrd. USD erwirtschaftet.

Airbnb wendet sich verstärkt auch dem Thema "Menschen in Not" zu: Unter dem Hashtag #weaccept verkündet das Online-Portal: "Menschen, die aufgrund von Kriegen, Konflikten oder anderen Faktoren ihr Zuhause verloren haben, sind derzeit besonders in Gefahr, abgelehnt zu werden. Sie brauchen einen Ort, an dem sie sich willkommen, sicher und zuhause fühlen können." Airbnb stelle schon seit einiger Zeit Unterkünfte für Menschen bereit, die aufgrund von Naturkatastrophen und Krisensituationen evakuiert werden mussten: man habe bisher in 54 Katastrophen-Fällen Hilfsbedürftige unterstützt und untergebracht.

Jetzt gab das Unternehmen bekannt, dass die Airbnb-Community Flüchtlingen und anderen, die unerwartet vom jüngst verhängten Einreiseverbot in die USA betroffen sind, eine kostenfreie Bleibe zur Verfügung stellen werde. Diese Ankündigung habe eine Welle der Hilfsbereitschaft innerhalb der Community ausgelöst – was Airbnb wiederum dazu ermutigt hätte, es nicht dabei zu belassen. In den nächsten fünf Jahren will Airbnb für 100.000 Menschen in Not eine vorübergehende Bleibe finden und in einem ersten Schritt Flüchtlinge und Überlebende von Naturkatastrophen sowie Katastrophenhelfer unterbringen. Langfristig möchte das Unternehmen auch Menschen, die ihr Zuhause aufgrund anderer Notlagen verloren haben, unterstützen. Ausserdem kündigt  Airbnb an, im Verlauf der nächsten vier Jahre 4 Millionen US-Dollar an das International Resche Committee zu spenden. Quelle: airbnb / travelnews / DMM

Schließen