Luftfahrt

20. Februar 2017 | Von: Gernot Zielonka

Jet Airways Piloten wurden von deutschen Eurofightern "geweckt"

Es ist nicht das erste Mal, dass Piloten eines großen indischen Verkehrsflugzeugs schlafenderweise mit ihren Riesenvögeln vom tschechischen Luftraum in den deutschen eingedrungen sind. So auch am Donnerstag, 16. Februar. Da stiegen zwei Eurofighter der Bundesluftwaffe auf, um einen Jet Airways B 777 mit 300 Passagiere an Bord "abzufangen".

Der Ultralangstreckenflieger B777-300 ER mit der Flugnummer 9W-118 der größten privaten indischen Fluggesellschaft, der für Etihad Airways betrieben wird, war gegen 13.20 Uhr Ortszeit in Mumbai gestartet und wurde in London Heathrow gegen 17.40 Uhr erwartet. Der Widebody war ca. eine Stunde vorher vom tschechischen Luftraum in den deutschen eingeflogen, wozu er allerdings keine Genehmigung hatte. Üblicherweise liegt die Flugroute weiter nördlich über Polen und der Ostsee.

Als der Riesenvogel Köln in ca. 11.000 m überflogen hatte, stieg kurz vor 17 Uhr eine Alarmrotte der Bundesluftwaffe auf, um nach dem Rechten zu sehen; denn die beiden Piloten der Triplseseven hatten mehr als eine Stunde lang nicht auf Funksprüche der Deutschen Flugsicherung reagiert, auch nicht über die Notfrequenz. In solchen Fällen besteht der Verdacht, dass eine Maschine möglicherweise entführt worden ist oder von Terroristen für einen möglichen Anschlag missbraucht wird.

Die beiden Eurofighter flogen neben dem Passagierjet auf der Flugfläche 360 her und versuchten ebenfalls mit deren Cockpitbesatzung Kontakt aufzunehmen. Das gelang denn auch. Das ganze Schauspiel war von den Piloten eines anderen Passagierjets etwa 35 km nordwestlich von Köln beobachtet, die mit ihrer Maschine ca. 300 m höher hinter dem indischen Jet flogen.

Nachdem die beiden Jet Airways Flugzeugführer ein Verstanden-Signal gegeben hatten, wurde die Escorte abgebrochen. Vor ein paar Jahren erst waren Piloten einer Air India Maschine im Luftraum über der Türkei eingeschlafen und wurden über Tschechien von dortigen Kampfjets begleitet, die seinerzeit aber nur bis zur deutschen Grenze mitgliegen durften. Erst kurz vor Nürnberg wachten die beiden „Schlafmützen“ auf, nachdem sie weit über 1.000 km ihre Maschine per Autopilot alleine fliegen ließen. Quelle: BW / DMM

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