Luftfahrt

17. Februar 2017 | Von: Gernot Zielonka

Zusatz-Airport für Lissabon

Seit Jahren ist für Lissabon ein neuer Flughafen geplant, weil der jetzige aus den Nähten zu platzen droht. Nachdem die Planung für einen Superairport im Herbst 2010 aus finanziellen Gründen ad acta gelegt worden war, rückt nun eine Militärbasis der der portugiesischen Luftstreitkräfte Força Aérea Portuguesa (FAP) ins Blickfeld des Interesses. Er liegt westlich Montijos am südlichen Tejo-Ufer gegenüber Lissabon und soll als Zivilflughafen ausgebaut und zusätzlich betrieben werden.

Lissabon ist häufiges Ziel geschäftlicher und privater Touristen. Sie alle landen und starten am Humberto-Delgado-Flughafen (so heißt er offiziell erst seit 15. Mai 2016) in der portugiesischen Hauptstadt. Der Airport stößt freilich schon seit Jahren an seine Kapazitätsgrenzen. Und so wurde denn schon vor mehr als zehn Jahren ein Neubau ins Auge gefasst.

Der internationale Verkehrsflughafen von Lissabon ist auch der größte des Landes vor dem von Porto. Betrieben wird er von der Flughafengesellschaft ANA. Weil er sehr City nah liegt, müssen die Piloten von Verkehrsflugzeugen weite Teile der Stadt im Tiefflug überqueren, was häufig zu Lärmbelästigungen führt. Der Airport verfügt über Verbindungen zu zahlreichen europäischen Zielen, auch und insbesondere den wichtigsten deutschen Airports, sowie mehreren Langstreckendestinationen mit Fokus auf Lateinamerika. Er ist zugleich Drehkreuz des Star Alliance Mitglieds TAP Portugal. 2015 wurden ca. 22,4 Mio. Passagiere abgefertigt, rund 12 % mehr als 2015.

Am 08. Mai 2008 gab die damalige Regierung bekannt, dass nördlich von Alochete der Novo Aeroporto de Lisboa gebaut werden soll. Seinerzeit hieß es, dass hierfür größtenteils das Militärschießgelände Campo de Tiro Alcochete (CTA) der Força Aérea Portuguesa auf der östlichen Tejoseite nördlich von Alcochete Standort des Neuenr Flughafens Lissabon (NAL) werden soll. Ausschlaggebend war u.a. eine bereits gut vorhandene Infrastruktur, wie die Anbindung Lissabons über die 10 km lange Vasco-da-Gama-Brücke.

Der Novo Aeroporto de Lisboa war als Großflughafen geplant und sollte 2017 den bisherigen stadtnahen Airport ersetzen. Dazu war eigens die Planungsgesellschaft Novo Aeroporto, SA (NAER) gegründet worden. Mit den Bauarbeiten sollte eigentlich Ende 2010/Anfang 2011 gestartet werden. Dann aber wurde das 4,9 Mrd. Euro teure Vorhaben im Oktober 2010 von der Regierung Passos Coelho infolge der Euro-Krise auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der supermoderne NAL sollte im Endziel mit insgesamt 4 Start- und Landepisten entstehen, mit 113 Flugzeug-Parkpositionen und 63 Fluggaststeigen aneinandergereiht an einem x-förmigen Terminal. Bahnmäßig sollte er mit einer Eisenbahnverbindung über eine Zweiglinie, einerseits an die ebenfalls geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke Lissabon-Madrid und an die Linha do Alentejo angeschlossen werden. Eigens für den neuen Großflughafen wäre auch eine dritte Tejo-Brücke notwendig, errichtet zwischen dem Lissabonner Stadtteil Marvila und Barreiro auf der südlichen Tejo-Seite.

Weil der NAL nach wie vor nicht zu finanzieren ist und um den Humberto-Delgado-Flughafen mittelfristig zu entlasten, soll nun 2019 der Militärstützpunkt Montijo für den kommerziellen Flugbetrieb umgebaut werden. Der „Base Aérea de Montijo“ ist ein Militärflugplatz der portugiesischen Luftstreitkräfte Força Aérea Portuguesa (FAP), die ihn offiziell als Base Aérea Nº6 (BA6) bezeichnet. Er liegt westlich Montijos am südlichen Tejo-Ufer gegenüber Lissabons und ist die Haupteinsatzbasis der Transportflugzeuge Portugals. Der Flughafenbetreiber plant, in Montijo in erster Linie Europa- und LC-Flüge zu operieren. Nachteil: Es gibt keine Schienenanbindung; Fluggäste müssten mit dem Pkw anreisen oder mit der Fähre. Quelle: Público / DMM

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