Luftfahrt

19. März 2017 | Von: Gernot Zielonka

AUA-Chef denkt über Negativ-Service nach

Immer mehr Töchter großer Netzcarrier kommen auf die Idee, ihre Passagiere auch durch das Vorenthalten von Getränken und/oder einem Snack abzukassieren. Iberia-Express ist so ein Fall und nun denkt auch Kay Kratky, seines Zeichens Chef der Lufthansatochter Austrian Airlines, über den Negativservice nach. Wahrscheinlich ist Kratky nicht entgangen, dass die Österreichische NIKI ab 26. März 2017 Snacks und Getränke nur noch gegen teure Bezahlung ausgeben wird.

Zurzeit verdienen sich nahezu alle Fluggesellschaften dumm und dämlich, so jedenfalls formulieren es Luftfahrtexperten weltweit. Denn die meisten Carrier fliegen mit aktuell nach wie vor spottbilligem Kerosin, für das sie keinen Cent Steuern entrichten müssen. Gleichzeitig aber langen die allermeisten bei den Treibstoffzuschlägen hin, obwohl es dafür an sich keinerlei Berechtigung mehr gibt. Und nun das: In einem Gespräch mit dem österreichischen Radio Ö1 sagte Kratky, seine AUA könnte auf Kurz- und Mittelstrecken das bisher im Flugpreis enthaltene Snack- und Getränkeangebot abschaffen. Bordverpflegung sollte nur noch gegen Bares möglich sein.

Eine derart kundenverachtende Praxis hatte es bei AUA schon mal gegeben, als der einstige Vorstandsvorsitzende Vagn Sørensen kostenpflichtige Getränke und Speisen eingeführt hatte. Den Negativ-Service machte der spätere AUA Generaldirektor Alfred Ötsch wieder rückgängig.  

Immerhin schwächte Kay Kratky seine Aussage noch etwas ab: Er denkt nur dann an die Einführung des Negativ-Service, wenn der globale Wettbewerb weiter zunehmen und die Kosten der Airlines weiter steigen sollten. Es wäre dann nicht mehr auszuschließen, dass auch Fluggäste Sparmaßnahmen zu spüren bekommen könnten. Ob Kratky weiß, was er da von sich gibt? Die Fluggäste werden weltweit immer stärker zur Kasse gebeten, man denke nur an die vielen Zusatzgebühren, an die Treibstoffzuschläge, an den immer verheerenderen Sitzkomfort in der Economy-Class, geschuldet der Tatsache, dass in die "Holzklasse" immer mehr Sitzreihen gepresst werden, was den "Reisekomfort" massiv beeinträchtigt. Quelle: Ö1 / DMM

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