Luftfahrt

21. April 2017 | Von: Gernot Zielonka

Airberlin-Kabinenpersonal sauer

Zu wenig Personal, chaotische Organisation, überforderte Verwaltung: Mit einem offenen Brief vom 10. April 2017 machen sich Airberlin-Mitarbeiter Luft. Sie kritisieren „blinden Aktionismus“ des Vorstands beim Umbau der Fluglinie, wie rbb|24 auf seiner Website meldet. Der in Turbulenzen fliegenden Carrier wiegelt ab und spricht von Einzelfällen. In der Abendschau (19.30 Uhr) am 20. April 2017 wurde der Ärger thematisiert.

In dem offenen Brief der Personalvertretung Kabine heißt es: "Täglich werden wir mit neuen, chaotischen Situationen und Entwicklungen konfrontiert. Immer weniger Mitarbeiter müssen immer mehr fliegendes Personal planen und betreuen. Fehler und Krankheit sind die Folgen." Das Schreiben liegt rbb|24 vor. Der Sender wiederum hat dazu eine Pressenotiz verfasst, in der es u.a. heißt, die Unterstützung für die Flugbegleiter sei an einem absoluten Tiefpunkt angelangt.  

Hintergrund ist, so rbb|24 weiter, dass Airberlin Verwaltungsstellen von Düsseldorf nach Berlin verlegt. Da kompetente Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz nicht in die Bundeshauptstadt verlegen könnten und wollten, bestehe in Berlin derzeit ein "erheblicher Mangel", sagte die zuständige Verhandlungsführerin Anja Schlosser bei der Gewerkschaft Verdi dem rbb. 

In ihrem Brief vom 10. April werfen die Beschäftigten dem Vorstand um den neuen (von der Lufthansa gewechselten) Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann vor, aus "blindem Aktionismus" zu handeln. Dienstpläne würden verspätet vorgelegt. Die Vorgaben überschritten die Belastungsgrenze der Mitarbeiter. Zudem seien Überstunden für Teilzeit-Beschäftigte zu spät ausbezahlt worden. Die Beschäftigten kritisieren auch die Probleme bei der Gepäckabfertigung, wie sie seit Wochen am Berliner Flughafen Tegel herrschen (DMM berichtete). Angeblich haben bereits Mitarbeiter die Fluglinie verlassen, sagte der Chef der Flugbegleitergewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, dem rbb.

"Air Berlin stellt nach wie vor ein, obwohl man schrumpft. Das ist ein Zeichen dafür, dass viele in dieser Unsicherheit sagen: Dann gehe ich lieber rechtzeitig", sagt Baublies mit Blick auf die derzeitige Situation im Unternehmen.

Der neue Airberlin-Sprecher Ralf Kunkel gestand Einzelfälle ein. Die zuständigen Kollegen täten ihr Bestes, "damit der Umzug nach Berlin so reibungsarm wie möglich über die Bühne geht", so Kunkel weiter. Als Reaktion auf den offenen Brief bot der Air-Berlin-Vorstand ein Gespräch an. Quelle: rbb|24 - Sendung vom 20.04.2017 Abendschau 19.30 Uhr / DMM     

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