Bahn

19. April 2017 | Von: Gernot Zielonka

Burgos ab 2018 am Schnellfahrnetz

Kein Land in Europa baut so konsequent sein Hochgeschwindigkeitsnetz aus wie Spanien. Das Land hat inzwischen ein mehr als dreifach so großes Schnellfahrnetz wie Deutschland. Jetzt gab Entwicklungsminister Íñigo de la Serna bekannt, dass der Bau der 91 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Venta de Baños (auf halbem Weg zwischen Valladolid und León) und Burgos noch vor dem Sommer 2018 abgeschlossen sein wird.

Der Hochgeschwindigkeitseisenbahnverkehr wird als ökologische Alternative zum Luftverkehr gepriesen. Laut Internationalem Eisenbahnverband (UIC) spielt der superschnelle Bahnverkehr eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und dem Kampf gegen den Klimawandel. Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­ge sind auch und vor allem auf der iberischen Halbinsel ein wich­ti­ger Be­stand­teil der Ei­sen­bahn, um den Be­darf ei­ner mo­bi­len Ge­sell­schaft an kur­zen Rei­se­zei­ten über län­ge­re Dis­tan­zen zu de­cken. Durch schnel­le und kom­for­ta­ble AVE-Zü­ge (Alta Velocidad Española = Markenname der superschnellen Züge der spanischen Bahngesellschaft Renfe) wird die At­trak­ti­vi­tät der Bahn in Spanien ge­stei­gert, steht sie doch auch dort im di­rek­tem Wett­be­werb vor allem mit dem Flug­zeug.    

Ab Sommer 2018 starten auf der neubaustrecke nach Burgos die Betriebstests, so dass der fahrplanmäßige AVE-Verkehr zwischen Madrid und Burgos über Valladolid in der zweiten Hälfte 2018 aufgenommen werden könnte. Mit der Anbindung von Burgos wird Spanien mit 3.000 km das zweitgrößte Hochgeschwindigkeitsnetz nach China besitzen.

Bei einem Treffen mit dem Bürgermeister von Burgos, Javier Lacalle, hat sich De la Serna auch verpflichtet, bis Ende 2017 eine Studie über die 110 km lange Weiterführung der AVE-Strecke von Burgos nach Vitoria abzuschließen und deren Ergebnisse nach dem Sommer 2018 der Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese Weiterführung dient langfristig dem Anschluss an das baskische Y und weiter nach Frankreich.  

Die AVE bieten sehr hohen Reisekomfort. Der Clou in den bis zu 350 km/h schnellen Zügen:  Nahezu alle Sitzplätze sind drehbar und werden vor der Fahrt in Fahrtrichtung gedreht. Die Bahnsteige sind abgesperrt und nur Fahrgästen mit gültiger Fahrkarte zugänglich. Und anders als in Deutschland werden Gepäckkontrollen durchgeführt. In den modernen großen Bahnhöfen gibt es eine zentrale Sicherheitskontrolle für alle Fernbahnsteige, in älteren Bahnhöfen sind sie teilweise dezentral auf jedem Gleiszugang vorhanden. Vor Betreten des Bahnsteigs wird die Fahrkarte kontrolliert, im Zug finden im Normalfall keine Kontrollen mehr statt. Um eine pünktliche Abfahrt zu gewährleisten, schließen die Bahnsteigzugänge bereits 2 Minuten vor Abfahrt. Quelle: El Diario/ DMM

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