Luftfahrt

21. April 2017 | Von: Gernot Zielonka

US-Restriktionen vermiesen Emirates das Geschäft

2016 noch sagte Emirates-Chef Tim Clark nach starken Worten Donald Trumps im US-Wahlkampf, Trump werde als Geschäftsmann schon erkennen, wie gut die vielen Emirates-Flüge in die USA der amerikanischen Wirtschaft täten. Nun sieht es ganz danach aus, als hätte sich der Chef der Golf-Airline gründlich getäuscht. Denn Emirates muss 25 %, vielleicht sogar mehr, ihrer Flüge in die Vereinigten Staaten einstellen.

Nach Angaben von Emirates werden Flugverbindungen in fünf von zwölf US-Städten reduziert. Das betrifft die Metropolen Boston, Fort Lauderdale, Los Angeles, Orlando und Seattle.

Hintergrund sind die beiden von Trump als 45. US-Präsidenten verfügten Dekrete, die nach dem Widerstand und Abweisung durch US-Gerichte nur teilweise in die Tat umgesetzt werden konnten (DMM berichtete) sowie die Mitnahmeverbote von elektronischen mobilen Geräten in der Kabine, sofern die Jets aus bestimmten muslimischen Regionen kommen. Zwar hatte Emirates angekündigt, ihren Passagiere z.B. Leih-Laptops für den Trip in die USA zu übergeben, letztlich brachen die Buchungen Richtung Nordamerika aber doch ein, und das nicht zu knapp.

Hatten die beiden Einreiseverbote aus etlichen muslimischen Ländern zu vorübergehenden Buchungsrückgängen von 35 % geführt, so hat der Mitnahme-Bann von elektronischen Geräten, den übrigens auch die britische Regierung verfügt hat, unerwartet massive Auswirkungen nicht nur auf Emirates, wie DMM erfuhr. Wie DMM mehrfach meldete, dürfen Reisende neuerdings auf Direktflügen in die USA sowie nach Großbritannien keine mobilen Endgeräte mehr mit in die Kabine nehmen. Das gilt für Abflüge von Destinationen in den arabischen Golfstaaten aber auch von der Türkei aus sowie von weiteren muslimisch geprägten Ländern. 

"Die jüngsten Maßnahmen der US-Regierung in Bezug auf die Ausgabe von Visa, strengere Sicherheitskontrollen und Restriktionen für elektronische Geräte an Bord haben direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach Flügen in die USA", teilte der weltgrößte Carrier aus dem Emirat Dubai mit.  

Der E-Bann spielt vor allem den US-Airlines, die sich seit einigen Jahren immer wieder über die Ungleichbehandlung gegenüber den arabischen Fluggesellschaften in Washington beschwerten, in die Hand, ebenso den großen europäischen Netzcarriern. Auch die Lufthansa hatte sich stets über Emirates, Etihad, Qatar Airways & Co. aufgeregt, bis sie vor einigen Wochen eine Zusammenarbeit mit Ethad Airways vermeldete. Die aber soll jüngsten Meldungen aus dem LH-Konzern zufolge entgegen anderen Darstellungen vorerst nur auf Sparflamme kochen. Die amerikanischen und europäischen Airlines profitieren vom E-Bann dergestalt, als z.B. Geschäftsreisende aus den Bann-Staaten neuerdings verstärkt in Frankfurt, Paris, London oder Amsterdam auf europäische oder amerikanische Fluglinien umsteigen, womit sie ihre Endgeräte weiterhin mit in die Kabinen nehmen dürfen und dort arbeiten können. Quelle: DMM / SZ  

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