Automobil

18. Mai 2017 | Von: Gernot Zielonka

Crossland X sehr nahe am Mokka X, oder doch nicht?

Opel präsentierte den neuen Crossland X im Zuge einer Fahrvorstellung und beeilte sich denn auch festzuhalten, dass der Neuling und der Mokka X, beide im SUV-B-Segment angesiedelt, parallel ihre Berechtigung hätten. Tatsächlich haben die Käufer, ob privat oder gewerblich, die Qual der Wahl: Während der Neuling ein extrem attraktives Crossovermodell ist, soll er sich vom Mokka X, der als klassischer SUV daherkommt, abgrenzen. Nach unserem Dafürhalten sehen sich beide nicht nur sehr ähnlich, sie bieten unterm Strich auch vergleichbare Eigenschaften. Für Geschäftskunden sind beide eine gute Wahl, wobei der zweiradangetriebe Crossover angesichts der Carpolicies in vielen Firmen wohl die besseren Karten hat.

Zunächst berichtete Marketing-Direktor Christian Löer über die jüngste Erfolgsgeschichte der Rüsselsheimer. Die haben mit Stand Ende 2016 ihren Marktanteil auf 7,3 % in Deutschland hochgeschraubt. 258.600 Fahrzeuge, davon 243.800 Pkw, wurden in 2016 an private und geschäftlichen Kunden verkauft. Positiv sieht auch das Jahr 2017 aus. Zwischen Januar und April wurden 82.300 Pkw-Modelle und 4.600 Nfz ausgeliefert. Generell gilt das Jahr 2017 mit sieben neuen Modellen binnen sechs Monaten als das Jahr der Modelloffesiven. Es folgen noch der Insignia Country Tourer, der Insignia Sportstourer und der große SUV Grandland X.

Im SUV-Markt will Opel deshalb mehr mitmischen, weil sich der, insbesondere das B-Segment, unglaublich stark entwickelt. 2018 werden voraussichtlich 250.000 kleine Geländewagen deutschlandweit vermarktet, was einem Marktanteil über alle Fahrzeugsegmente hinweg von 8 % entsprechen wird. Der Crossland X wird ab 24. Juni im Handel sein, Bestellstart war schon im März.

Zwei Automobile im gleichen Segment? Diese Frage, die man sich berechtigterweise stellen muss, warf auch Albrecht Schäfer, Leiter Produktmarketing auf und er lieferte auch gleich die Antwort. Im SUV-B-Segment hat sich ein Subsegment gebildet. Während der Mokka X ein Allradler mit bis zu 19" großen Rädern ist, weist der Crossland X "nur" Zweiradantrieb auf, 17"-Räder aber einen sehr geräumigen Innenraum. Und so wird denn der Crossland X, der auch ein französisches Pendant (im Hinblick auf die künftige Zusammenarbeit) hat, Teil der neuen Rüsselsheimer X-Familie: Fehlt jetzt nur noch der große Bruder Grandland X für die Kompaktklasse (C-Segment), der im Spätherbst erwartet wird. Eine Opel-Umfrage soll beim Verglech von Crossland X zu Mokka X ergeben haben, dass die große Mehrheit der weiblichen Befragten eher zum Crossland X greifen würde, umgekehrt verhält es sich bei den männlichen Kandidaten.

Wie der Mokka X bietet auch der Crossland X eine erhöhte Sitzposition, reichlich Platz und hohe Variabilität Von haus aus bringt er OnStar, ein  Top-Infotainment und viele Assistenzsysteme mit, darunter ein Head-Up-Display (günstige Plexiglasscheiben-Variante), 180°-Panorama-Rückfahrkamera, Voll-LED-Licht u.v.a.m.. Opel sieht es so: Ist der Opel Mokka X ein typisches SUV mit der Option eines Allradantriebs für gelegentliche Ausflüge ins Gelände, so ist der neue Opel Crossland X mit kompakten Außenmaßen sowie reichlich Platz im Inneren prädestiniert für das urbane Umfeld – und dabei geräumig und komfortabel und vielseitig. Bei einer Fahrzeuglänge von 4,21 m ist der Crossland X 16 cm kürzer als ein Astra und zugleich 10 cm höher. Damit genießen Fahrer und Passagiere eine erhöhte Sitzposition und die damit verbundene gute Rundumsicht. Das Raumgefühl lässt sich mit dem großen Panorama-Sonnendach sogar noch steigern.  

Der Newcomer bietet Top-Innovationen, die den Alltag sicherer, angenehmer und einfacher machen. Die Voll-LED-Scheinwerfer, ein Head-Up-Display und die 180°-Panorama-Rückfahrkamera sowie automatischer Parkassistent, Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fußgänger-Erkennung, Spur-Assistent und Verkehrsschilderkennung, Müdigkeitsalarm (ab Sommer) und Toter-Winkel-Warner sind nur einige Beispiele. Dazu kommt die wirklich bestens funktionierende digitale Vernetzung dank Opel OnStar mit WLAN-Hotspot und neuen Services wie Hotelreservierung oder Parkplatzsuche. Ebenso im Angebot: aktuelle Apple CarPlay und Android Auto kompatible IntelliLink-Infotainment-Technologie mit bis zu 8" großem Farb-Touchscreen. Und kompatible Smartphones laden während der Nutzung per Wireless Charging induktiv auf.  

Für Fahrer und Beifahrer sind optional (empfehlen wir auf jeden Fall) die von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) zertifizierten Ergonomie-Sitze erhältlich. Ebenfalls führend im Segment ist das Kofferraumvolumen von bis zu 520 Litern – ohne Umklappen der Rückbank und mit fünf Passagieren an Bord. Werden die Rücksitze komplett umgelegt, lässt sich das Ladevolumen auf satte 1.255 Liter erweitern. Die Mitreisenden in der zweiten Reihe haben zudem die Möglichkeit, ihre Sitze um bis zu 150 mm in Längsrichtung zu verschieben und im Sitzwinkel zu verstellen. So wird der Crossland X noch variabler.  

Design. Auf gerade einmal 4.212 mm Länge, 1.765 mm Breite (ohne Außenspiegel) und 1.605 mm Höhe verbindet er das Beste aus „deutscher Präzision und skulpturaler Formgebung“ und interpretiert so die Opel-Designphilosophie auf seine ganz spezielle Art – raffiniert und robust zugleich, mit prominentem Kühlergrill und Opel-Blitz in der Mitte, so charakterisierte Chefdesignerin Belinda Günther das neue Modell. . Die SUV-typischen Verkleidungen und silberfarbenen Einsätze im vorderen Bereich sowie im gesamten unteren Fahrzeugverlauf unterstützen den entschlossenen Auftritt und zeugen von funktionaler Eleganz. Scharfe Linien an den Seiten sowie das scheinbar schwebende Dach strecken den Opel Crossland X optisch in die Länge. Mit seiner zum Heck hin bogenförmig nach unten gezogenen Chromlinie im Dach zeigt der Crossland X ein Stilelement des Opel ADAM – und genau wie bei dem kleinen Lifestyle-Flitzer kann der Kunde für das Dach eine separate Farbe wählen. Das markante Heck setzt mit dem angedeuteten Unterfahrschutz ein SUV-Statement.  

Interieur. Skulpturales Design mit Sinn für Präzision spiegelt auch die Gestaltung des Innenraums wider. Instrumententafel und Mittelkonsole sind klar gegliedert und horizontal auf den Fahrer ausgerichtet. Das Cockpit als Schaltzentrale unterstützt das aktive Fahrgefühl. Für adäquate Leistungen auf der Straße steht ein umfangreiches, mit manuellen und automatischen Getrieben kombinierbares Motorenportfolio von Benzin über Diesel bis zu LPG (voraussichtlich bestellbar ab Sommer 2017) zur Verfügung.  

Wer's nicht so mit dem Parken hat, kein Problem: Der automatische Parkassistent der jüngsten Generation erleichtert das Ein- und Ausparken. Er erkennt geeignete Parklücken, lenkt selbstständig und parkt das Fahrzeug so sicher ein und wieder aus – der Fahrer muss nur noch die Pedale bedienen. Und im Winter fördern das beheizbare Lederlenkrad sowie die beheizbare Windschutzscheibe das Wohlbefinden.  

Antriebe. Zu diesem Crossover gehören agile und sparsame Motoren, allesamt aus französischer Produktion. Alle Dreizylinder-Benziner und Vierzylinder-Diesel sind hochmoderne Vollaluminium-Triebwerke, die Fahrspaß mit hoher Effizienz verbinden. Otto- wie Dieselmotoren verfügen – lediglich den Basisbenziner ausgenommen – über Direkteinspritzung in der Verbindung mit Turboaufladung. Zur hohen Effizienz tragen obendrein die reibungsoptimierten Getriebe bei. Hier stehen Fünf- und Sechsgang-Schalter sowie eine Sechsstufen-Wandler-Automatik zur Verfügung. 1.2 Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung: Fahrspaß für den Crossover Basisbenziner ist der 1,2-Liter-Motor mit 60 kW/81 PS (Benzinverbrauch im NEFZ innerorts 6,5-6,4 l/100 km, außerorts 4,4 l/100 km, kombiniert 5,2-5,11 l/100 km, 116-1151 g/km CO2). Darüber rangiert der 1.2 Turbo mit Benzindirekteinspritzung in drei verschiedenen Getriebevarianten. Die besonders wirtschaftliche ECOTEC-Version kommt stets in Verbindung mit einem reibungsoptimierten Fünfgang-Getriebe (Benzinverbrauch im NEFZ innerorts 5,8-5,61 l/100 km, außerorts 4,3‑4,21 l/100 km, kombiniert 4,9-4,81 l/100 km, 111-1091 g/km CO2) und leistet 81 kW/110 PS. Gleich stark ist der aufgeladene 1,2‑Liter-Dreizylinder in Kombination mit der Sechsstufen-Automatik (Benzinverbrauch im NEFZ innerorts 6,5-6,31 l/100 km, außerorts 4,8 l/100 km, kombiniert 5,4-5,31 l/100 km, 123-1211 g/km CO2). Beide Motoren verfügen bereits bei 1.500 Umdrehungen pro Minute über ihr höchstes Drehmoment von 205 Newtonmeter. Der stärkste Benziner ist schließlich der 1.2 Turbo mit 96 kW/130 PS, einem stattlichen maximalen Drehmoment von 230 Nm ab 1.750 min-1 (Benzinverbrauch im NEFZ innerorts 5,9-5,71 l/100 km, außerorts 4,7-4,61 l/100 km, kombiniert 5,1-5,01 l/100 km, 116‑114 g/km CO2) sowie Sechsgang-Schaltung. Damit spurtet der Opel Crossland X in 9,1 Sekunden von 0 auf 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 206 km/h.  

Starke Diesel. Die Dieselproblematik kümmert Opel offensichtlich nicht Denn der Autobauer bietet seinen neuen Crossover auch mit drei turboaufgeladene Dieselmotoren an. Der 1.6 Diesel leistet 73 kW/99 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 254 Nm bei 1.750 min-1 (Dieselverbrauch im NEFZ innerorts 4,5‑4,4 l/100 km, außerorts 3,5-3,41 l/100 km, kombiniert 3,9-3,81 l/100 km, 102-99 g/km CO2). Von dieser Motorisierung gibt es zudem eine noch sparsamere ECOTEC-Variante mit Start/Stop, die lediglich 93 g/km CO2 emittiert (Dieselverbrauch im NEFZ innerorts 4,2-4,11 l/100 km, außerorts 3,4-3,3 l/100 km, kombiniert 3,7-3,6 l/100 km, 95-93 g/km CO2). Stärkster Selbstzünder ist der 1.6 Diesel mit 88 kW/120 PS (Dieselverbrauch im NEFZ innerorts 4,7‑4,61 l/100 km, außerorts 3,6 l/100 km, kombiniert 4,0 l/100 km, 105-103 g/km CO2) und einem maximalen Drehmoment von 300 Newtonmeter. In Verbindung mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe schafft der 1.6 Diesel den für Überholvorgänge wichtigen Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h in 10,5 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 187 km/h. Ein LPG-Motor ist für den Sommer geplant.

Unser Eindruck. Das Interieur wie überhaupt das gesamte Auto wirken sehr solide verarbeitet. Die Materialauswahl ist angesichts des günstigen Fahrzeugpreises okay. Im Cockpitbereich sind die Oberflächen meist aus geschäumtem Kunststoff, die Türverkleidungen und die des Kofferraums bestehen aus Hartplastik.

Beim Fahrverhalten können wir kaum meckern. Benziner wie Diesel sind erstaunlich laufruhig. Das Fahrwerk wirkt trotz Straffheit überaus komfortabel, das Lenkrad liegt sehr gut in der Hand, die Konnektivität ist beispielgebend gut. Dass nur Dreizylinder unter der Motorhaube ihr Werk verrichten, spürt man so gut wie nicht. Die Wandler-Automatik beim 110-PS-Benziner schaltet sanft rauf und runter, wobei in Stufe D frühzeitig hochgeschaltet wird, was die Drehzahl und damit den Treibstoffkonsum etwas senkt. Quelle: DMM / Opel  

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