Luftfahrt

17. Juli 2017 | Von: Gernot Zielonka

Easyjet will paneuropäischer Carrier werden

Der Brexit beschäftigt alle britischen Fluggesellschaften. Darunter auch die Billigflieger Ryanair und Easyjet. Nun will Easyjet vorbauen, um nicht vor verschlossenen Türen vor Zielen in Kontinentaleuropa zu stehen. Der Carrier hat eine britische und eine schweizer Betriebslizenz, ebenso wie ein britisches und ein Schweizer Air Operator Certificate (AOC). Aktuell hat Easyjet ein AOC bei der österreichischen Luftfahrtbehörde Austro Control beantragt sowie eine Betriebsbewilligung beim österreichischen Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit).

Werden die Zulassungen erteilt, kann der Carrier eine neue Fluggesellschaft namens Easyjet Europe mit Sitz in Wien gründen und sich damit weiterhin die Rechte für die Aufrechterhaltung seines Streckennetzes sichern. Denn nach EU-Recht haben die Airlines von EU-Mitgliedsstaaten die Freiheit, innerhalb der EU beliebige Strecken zu fliegen. Da Großbritannien aktuell noch EU-Mitglied ist, ist Easyjet noch eine EU-Fluggesellschaft. Falls die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU zu einem neuen Luftverkehrsabkommen scheitern, dürfte der Low-Cost-Carrier aber nicht mehr nach Festland-Europa fliegen.

Viele Airlines haben mehrere Fluglinien und damit mehrere AOCs wie z.B. Die Lufthansa Group, die IAG sowie Air France-KLM, Norwegian und TUI.

Sowohl die Mitarbeiter als auch die Flugzeuge, die für easyJet Europe fliegen werden, sind bereits jetzt in europäischen Mitgliedsstaaten angestellt und stationiert. Um ein AOC zu erhalten, muss ein Flugbetreiber über Personal und Verfahren vor Ort verfügen, um die Sicherheit seiner operativen Tätigkeit zu gewährleisten. Die Airline hat alle in Frage kommenden europäischen Firmensitze gründlich geprüft. Die Entscheidung ist auf Wien gefallen, da Austro Control einen strikten Kurs bei der Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien verfolgt, der dem von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) vorgegebenen Weg hin zu mehr leistungsorientierter Sicherheit voll entspricht, so das Management des LC-Unternehmens. Zudem ist Easyjet in Österreich seit elf Jahren aktiv und hat allein 2017 mehr als 1 Mio. Passagiere befördert. 2016 konnte der Carrier die Anzahl der jährlichen Passagiere, die aus oder nach Österreich flogen um 60 % steigern.

Wie der Low-Cost-Carrier weiter schreibt, hoffe er auf die Erteilung des AOC und der Betriebsbewilligung in naher Zukunft. Damit wäre Easyjet dann eine paneuropäische Airline mit drei Fluggesellschaften in Österreich, der Schweiz und in dem Vereinigten Königreich. Alle drei werden Tochtergesellschaften von easyJet plc sein, das seinerseits in EU-Eigentum und unter EU-Kontrolle steht. easyJet plc ist an der Londoner Börse notiert und hat seinen Sitz in Großbritannien. Durch die Gründung von easyJet Europe würden einige neue Arbeitsplätze in Österreich entstehen. Quelle: Eaysjet / DMM 

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