Luftfahrt

12. August 2017 | Von: Gernot Zielonka

Icelandair engagiert sich in Afrika

Icelandair übernimmt über ihre Tochter Loftleiðir HF ab 14. August 2014 zuerst für ein Jahr die Führung des internationalen Geschäfts der kapverdischen Nationalairline TACV Cabo Verde Airlines. Dafür zahlt der afrikanische Staat den Isländern im ersten Jahr 925.000 Euro, wie die Zeitung Diario de Noticias schreibt.

Der Nationalcarrier TACV des afrikanischen Inselstaats (gelegen im Zentralatlantik, 570 km vor der Westküste des afrikanischen Kontinents) hat seinen Sitz am Praia Interational Airport. Aktuell steuert die einzige TACV-Langstreckenmaschine, eine B 757, zehn internationale Destinationen an, in Europa, Afrika, Nord- und Südamerika. Die Kleinfluglinie steckt seit einiger Zeit in finanziellen Schwierigkeiten, weshalb sie u.a das Inlandsfluggeschäft aufgegeben hat.

Icelandair wird als strategischer Partner für TACV ein neues Geschäftsmodell entwickeln, aber ob die Isländer offiziell einsteigen, wie es sich die Regierung der Kapverden vorstellt, ist nicht sicher. U.a. soll die Langstreckenflotte in den kommenden vier Jahren auf elf Jets ausgebaut werden. Bis dahin hat die Regierung auch vor, die Fluggesellschaft zu privatisieren.  

Loftleiðir (der Name ist im isländischen Sprachgebrauch eine Zusammensetzung aus den beiden Begriffen Luft und Weg) war seit Gründung (10. März 1044) die einzige Fluggesellschaft der Insel im Nordatlantik und übrigens auch Gründer von Cargolux. Das Geschäft lief bis in die 1970er Jahre gut, dann aber machte der Fluglinie die Ölkrise Mitte der 1970er Jahre und der Wettbewerb durch Flugfélag Íslands zu schaffen, so dass es 1973 zum Zusammenschluss kam und eine Holding entstand, die Flugleiðir hieß. 1979 übernahm Flugfélag Íslands Loftleiðir und daraus wiederum entstand Icelandair. 2003 schuf Icelandair die Chartertochter Loftleidir Icelandic. DMM

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