Luftfahrt

12. August 2017 | Von: Gernot Zielonka

Russland will westliche Flugzeuge abschaffen

Die verschärften US- und EU-Sanktionen gegen Russland bedrohen die beiden großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing. Denn laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS will Russland für sämtliche Airlines, also Aeroflot, S7 & Co. durchsetzen, dass deren Airbus- und Boeing-Jets durch Maschinen eigener Produktion ersetzt werden sollen.

Aktuell ist die russische Luftfahrtindustrie wieder auf einem besseren Weg. Wenn die Produktion von heimischen Flugzeugen steigt, sollen die Privilegien abgebaut werden, die ausländische Flugzeugbauer genießen, hat der Stv. Ministerpräsident Dmitri Rogozin in einem Interview mit dem TV-Sender Rossiya 1 gesagt. Seit 2013 haben russische Fluglinien insgesamt 367 Passagierflugzeuge aus dem westlichen Ausland importiert. Zudem bezahlen russische Airlines hohe Leasinggebühren für den Teil dieser Jets. Pro Jahr werden für Kauf, Finanzierung und Unterhalt westlicher Flugmuster umgerechnet 6,7 Mrd. Euro aufgebracht. So wird es nicht weiter gehen, heißt es in Moskau. Angeblich liegen dem russischen Staatspräsident Wladimir Putin bereits Pläne für die Umstellung vor.

Derzeit betreibt der größte Carrier Aeroflot im regulären Fluggastbetrieb 42 Maschinen von Boeing (16 B 777, 26 B 737), 126 von Airbus (22 A330, 36 A321, 68 A320) sowie 30 Sukhoi Superjet 100 (20 weitere sind bestellt). Für den amerikanischen und europäischen Flugzeugbauer würde, wenn die Russen ihre Ankündigung wahr machen, ein heftiger Verlust entstehen, zumal sich auch die Chinesen anschicken, verstärkt auf eigene Produkte zu setzen. Das aber wird noch etliche Jahre dauern. Aber zusammen mit den Russen entwickeln die Chinesen in einem Joint Venture Mittel- und Langstreckenjets, mit denen beide Riesenreiche sich von westlichen Herstellern unabhängig machen wollen. Quelle: DMM / aerotelegraph.com

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