Automobil

07. August 2017 | Von: Gernot Zielonka

Velar - Die Nr. 4 ist ein echter Hingucker

Schon mal in Ålesund gewesen? Wahrscheinlich nicht. Für uns war die Stadt in der Provinz Møre og Romsdal im hohen Nordwesten Norwegens auch eine Premiere. Eine fantastische zugleich. Die Stadt mit dem Auto zu erreichen ist ein Erlebnis für sich: Denn man fährt durch eine Reihe von Tunnels unter diversen Meeresarmen hindurch, die sich teils spiralförmig in die Tiefe und später wieder ans Tageslicht winden. Das durch den Jugendstil geprägte Zentrum Ålesunds wie auch die reizvolle Lage der Stadt und Umgebung machen diese zu einem bedeutenden Ziel für den Tourismus und zu einem spannenden Ausgangspunkt für Fahrten mit dem neuen Range Rover Velar.

Vor fast 50 Jahren feierte der Range Rover seine Premiere in der Automobilwelt – und mit ihm die Klasse der luxuriösen Geländewagen. Weit mehr als 1,7 Mio. Fahrzeuge mit der Typenbezeichnung Range Rover wurden inzwischen weltweit verkauft. Jetzt schlägt Land Rover ein neues Kapitel dieser Erfolgsstory auf: mit dem grundlegend neuen Velar. Wir hatten das Vergnügen, das vierte und ziemlich luxuriöse Mitglied der Range Rover-Familie, mit dem der britische 4x4-Spezialist Land Rover sein Modellportfolio noch breiter macht, in Norwegen "erfahren" zu dürfen. Das ist zwar mit nur mit gebremster Energie zu schaffen; denn mehr als 80 km/h sind verboten und verdammt teuer. Ab nur 2 km/h drüber kostet der Spaß schon 200 Euro!!!.

Das Midsize-SUV wirkt sehr modern und elegant zugleich. Und es glänzt mit verwöhnendem Luxus, exklusiver Raffinesse und hohem Leistungsvermögen. Innerhalb des Modellprogramms ist der Neuling zwischen Evoque und Range Rover Sport angesiedelt. Zu erkennen am ehesten beim Radstand: Der liegt mit 2,87 m nur knapp unter dem des RR Sport (2,92 m) und 21 cm über dem des Evoque (2,66 m).

„Neu“ ist bei diesem Fahrzeug praktisch jeder Aspekt, vom Konzept über den Designansatz bis hin zu seinen hochmodernen Technologien. Tatsächlich ist der Wagen ein echter Hingucker, ob Front, Seitenführung oder das dynamische Heck. Sehr schmal sind die Scheinwerfer und Rückleuchten geraten; an der Front ist das Auto unverwechselbar ein Land Rover. Neu sind die versenkbaren Türgriffe, die sich beim Abschließen oder Geschwindigkeiten über 8 km/h automatisch zurückziehen. Technisch betrachtet ist der Wagen ein enger Verwandter des Jaguar F-Pace. Von der Erscheinung her aber, wie gesagt, ein echter Land Rover. Passend zum avantgardistischen Karosseriedesign sind die hochentwickelten Technologien, etwa Voll-LED-Scheinwerfer – die schmalsten, die Land Rover je in ein Serienmodell integriert hat. Die Briten bieten die neue Baureihe mit den Modellen Velar und Velar R-Dynamic zu Preisempfehlungen ab 56.400 Euro (brutto) an, jeweils kombinierbar mit den Ausstattungsvarianten S, SE und HSE. Attraktive Designpakete für Exterieur und Interieur sowie eine Vielzahl an Optionen machen es einfach, das Fahrzeug ganz auf den persönlichen Geschmack zuzuschneiden.

Im ersten Modelljahr können sich die Kunden weiterhin für eine besonders üppig ausgestattete First Edition inklusive einzigartiger seidenmatter Lackierung in Flux Silver entscheiden.Aber Achtung: Der Spaß ist erst ab 108.000 Euro zu haben!

Das Interieur. Es verwöhnt die Passagiere durch enorm viel Platz, hochwertige Materialien, ein elegantes puristisches Design und hohe Verarbeitungsqualität. Zudem sinkt die Zahl der Schalter und Bedieneinheiten auf ein absolutes Minimum. Naja, das hätte man auch beim Lenkrad so umsetzen können; denn da gibt’s noch mehr als genügend Bedienteilchen. Das Cockpit wirkt sehr computerisiert mit Funktionalitäten moderner Smartphones. Das Infotainment-System Touch Pro Duo mit zwei hochauflösenden 10-Zoll-HD-Touchscreens gewährleistet beste Unterhaltung und volle Kontrolle. Freilich muss man erst mal lange herumprobieren, bis man die unzähligen Funktionen einigermaßen kapiert hat. Die Bildschirme fügen sich harmonisch in die Innenraumarchitektur ein. Was uns fehlt: eine richtige Smartphone-Integration.        

Erstmals in dieser Klasse gibt es innovative Sitzbezüge in Form besonders umweltverträglicher Premium-Textilien als Alternative zu Leder. Der Premium-Stoff wurde in Kooperation mit Kvadrat entwickelt, einem europäischen Spezialisten für hochwertige Textilien in anspruchsvollem Design. Ob auf dem Premiumstoff, auf Velours oder Leder, auf allen Bezügen werden sich die Insassen wohl fühlen. Das allein schon wegen des üppigen Platzes für Fahrer und Beifahrer, weniger für Passagiere im Fond, wenn vorne hochgewachsene Leute sitzen. Die Sitze sehen wir als sehr langstreckentauglich. Vorne lassen sie sich 20-fach verstellen, optional beheizen und klimatisieren. Eine feine und wirklich gut funktionierende Sache ist die Massagefunktion. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen und optional elektrisch in der Neigung verstellen. Der Kofferraum fasst 673 bis 1.731 Liter.  

Wie fährt sich der Velar? Die verwindungssteife Aluminium-Leichtbau-Konstruktion (80 %) und das aufwendige Fahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn und Integral-Hinterachse sorgen für agiles Handling und herausragenden Fahrkomfort. Zugleich ist der Velar ein überaus sicheres Auto, denn neben einem umfangreichen Rückhaltesystem besitzt er eine Fülle hochentwickelter elektronischer Helfer, darunter autonomer Notfall-Bremsassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent, Toter-Winkel-Spurassistent mit Annäherungssensor oder Verkehrszeichenerkennung mit adaptivem Geschwindigkeitsbegrenzer.  

Serienmäßig ist der Allradantrieb samt der Softwaresteuerung Intelligent Driveline Dynamics (IDD), optional aber empfehlenswert die Luftfederung. Maximal 251 mm Bodenfreiheit und 650 mm Wattiefe sorgen für Gelassenheit im Gelände, unterstützt durch Systeme wie Terrain Response 2 Automatik oder die Offroad-Geschwindigkeitsregelung All Terrain Progress Control (ATPC). Aber wann fährt man schon mit einem solchen Auto ins Gelände? 

Antrieb. Das Motorenprogramm umfasst aktuell sechs Diesel- und Benzinalternativen, jeweils gekoppelt mit einer weich schaltenden ZF-8-Gang-Automatik. Fehlanzeige bei innovativen Antrieben wie z.B. einem Plug-in-Hybrid. Die Leistungs-Spannbreite der sauberen und laufruhigen Ingenium-Vierzylinderdiesel reicht von 132 kW/180 PS bis 177 kW/240 PS – bei 500 Nm Drehmomentmaximum und minimalen CO2-Emissionen von 142 g/km. Gesellschaft erhalten die Selbstzünder von zwei brandneuen Vierzylinder-Benzinmotoren aus der Ingenium-Reihe, die 184 kW/250 PS bzw. in der noch kraftvolleren Version 221 kW/300 PS bereitstellen. Neben effizienten Vierzylindern ist der Velar auch mit Sechszylinder-Kraft verfügbar – z.B. der 3,0-Liter-V6-Twinturbo-Diesel, der 700 Nm Drehmomentmaximum mit CO2-Emissionen von 167 g/km kombiniert. Sportliche Ambitionen gestattet weiterhin ein V6-Kompressorbenziner mit 280 kW/380 PS.

Wir empfehlen angesichts des Dieselhickhacks, von dem Land Rover nach eigenen Angaben nicht betroffen sein soll, mal den kleinen 250 PS starken Zweiliterbenziner als Alternative ins Auge zu fassen. Mit seinen Leistungen entspricht er beinahe den Dreiliter-Aggregaten, ist zugleich hoch interessant bei etwas schmälerer Brieftasche.

Versionen. Die Kunden können unter verschiedenen Ausstattungslinien wählen. Von Haus aus Lederpolsterung haben die S- und SE-Versionen, die Einstiegversion hat Velours-Sitze. Das wie beim Evoque leicht abfallende Dach ist in Wagenfarbe oder in Schwarz bestellbar. Wer viel Licht braucht, sollte zur Option des festen Panoramadachs greifen.  

Umfassender Versicherungsschutz. Der Velar lässt sich direkt und unkompliziert bei den Vertragshändlern der britischen Premiummarke versichern – und das zu attraktiven Tarifen: Bei Neuzulassung bis 30. September erhält der neue Velar für 199 Euro im Monat umfassenden Flatrate-Versicherungsschutz mit Haftpflicht, Teilkasko mit 500 Euro Selbstbeteiligung und Vollkasko mit 1000 Euro Selbstbeteiligung – und dies unabhängig von Schadenfreiheits- und Regionalklassen. Das exklusive Versicherungsangebot gilt zudem für alle Kundengruppen, ob sie ihr neues Modell bar zahlen, leasen oder finanzieren. Der Versicherungsdienst von Jaguar Land Rover bietet außerdem sehr kundenfreundliche Bedingungen sowie Entschädigungsregelungen, etwa bei Tierunfällen oder Tierbissschäden – und er kann um weitere Produkte ergänzt werden, wie Schutzbrief mit Unterstützung bei Panne, Unfall und Diebstahl, Insassenunfallversicherung, GAP-Versicherung oder „Land Rover Care“, ein Servicepaket mit drei Jahren Wartungsdiensten.

Dem Importeur zufolge soll der Velar das aerodynamisch effizienteste Modell der Land Rover-Geschichte sein. Und er ist gewissermaßen der Urahn der kommenden LR-Generationen. Mit dem Neuling wollen die Briten eine neue Käuferschicht ansprechen, angesichts der Preisgestaltung dürften das aber in erster Linie nur Geschäftsleute sein. Quelle: Land Rover / DMM

Velar - Die Nr. 4 ist ein echter Hingucker
Schließen