Luftfahrt

11. Oktober 2017 | Von: Gernot Zielonka

2.000 Tote im Jahr auf Flugreisen

Etwa 3,4 Mrd. Flugreisende wurden 2016 gezählt. Und, jetzt wird’s makaber: Auf allen Flügen gab es, wie jedes Jahr, an Bord etwa 2.000 Todesfälle. Das meldet die IATA für ihre Mitgliedsairlines. Nicht berücksichtigt sind dabei jene OPfer, die bei Unfällen/Abstürzen ums Leben kommen.

Tag für Tag fliegen Millionen von Passagieren von Stadt zu Stadt, Land zu Land, Kontinent zu Kontinent. Gut die Hälfte von ihnen ist älter als 50 Jahre. Und mehr als 50 % sind chronisch krank. 25 % der Passagiere erkranken am Zielort in irgendeiner Weise. Und viele dieser Menschen steigen ins Flugzeug, weiß der Wiener Internist, Kardiologe und Flugmediziner Joachim Huber.

Eine Statistik der „Doc-on-Board“-Initiative zeigt, dass 2016 immerhin fast ein Drittel der Flugpassagiere an Herz-Kreislauf-Problemen litt, 15 % an chronischen Atmungsproblemen und viele weitere Flugäste waren bzw. sind psychische Notfälle, Menschen mit neurologischen Problemen und, nicht zu vergessen, solche, die unter Flugangst leiden. Statistisch tritt ein medizinischer Notfall pro 10.000 Passagiere auf.

Was Flugmediziner beobachten, ist besorgniserregend. Denn das Bewusstsein für die gesundheitlichen Belastungen nimmt ab, obwohl Jahr für Jahr immer mehr Menschen ins Flugzeug steigen und sich sogar Ultralangstreken antun. Beispiel Kabinendruck während des Flugs: Der entspricht beispielsweise rund 2.500 m Seehöhe. Und es gibt unter den Passagieren viele, die z.B. auf der Erde bei Wanderungen das Hinaufklettern auf 2.500 m Höhe ablehnen bzw. dazu gar nicht mehr in der Lage sind. Während des Fluges aber kommen sie über solche Höhen weit hinaus. Und da kann es dann zu Problemen kommen, so der Flugmediziner. Dennn mit der Abnahme des Luftdrucks und des damit verbundenen Sauerstoffpartialdrucks nimmt auch die Sauerstoffsättigung im Blut ab und kann den Grenzwert eines Sauerstoffmangels erreichen.

Leidet ein Passagier unter Atemwegsproblemen schon am Boden, verschlechtert sich  seine gesundheitliche Situation in der Luft automatisch. Tipp des Mediziners: Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten vor Flugreisen ihren Hausarzt oder sogar Internisten aufsuchen, um sich auf die Reise vorzubereiten. Wer mit chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen erst am Tag vor Antritt der Flugreise zum Arzt geht, kommt zu spät, warnt der Experte. Quelle: travelnews.ch / DMM

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