Luftfahrt

09. November 2017 | Von: Gernot Zielonka

Dübendorf nahe Zürich wird Businessaviation-Airport

Der Schweizer Bundesrat hatte am 03. September 2014 entschieden, mit der Flugplatz Dübendorf AG die Vertragsverhandlungen über den Betrieb eines künftigen Flugfeldes mit Bundesbasis aufzunehmen. Ziel: Die Entlastung des Flughafens Zürich von der Businessfliegerei und Privatluftfahrt. Beide sollen zum nahe gelegenen Flugplatz Dübendorf verlegt werden. Dagegen wehrten sich die Umlandgemeinden vergebens. Nun wurde gezeigt, was dort geplant ist.

Der wichtigste Schweizer Flughafen Kloten arbeitet seit längerem an der Kapazitätsgrenze. Zuviele große Passagier- und Frachtmaschinen frequentieren den Airport, so dass für die Geschäftsfliegerei und schon gar nicht für Privat-/Hobbypiloten noch Platz ist. Daher hatte der Bundesrat in Bern schon vor drei Jahren festgelegt, den gut 10 km östlich von Zürich gelegenen Militärstützpunkt Dübendorf für die Businessluftfahrt auszubauen.  

Der Militärflugplatz Dübendorf (ICAO-Code LSMD) befindet sich auf dem Gebiet der gleichnamigen Stadt Dübendorf sowie der Gemeinden Volketswil und Wangen-Brüttisellen nordöstlich Zürichs. Er wird von Helikoptern, Flächen- und Spezialflugzeugen der Schweizer Luftwaffe, aber nicht mehr von Kampfjets genutzt und beherbergt die operative Führung der Schweizer Luftwaffe. Der 1914 eröffnete Flugplatz wird künftig gemischt zivil und militärisch genutzt werden.

Übrigens war die Swissair von 1932 bis 1948 und ihre Vorgängerin Ad Astra Aero ab 1919 in Dübendorf beheimatet. Dazu wurde 1932 auf der zivilen Seite des Flugplatzareals ein neues Abfertigungsgebäude eröffnet. In diesem unter Schutz gestellten Gebäude ist noch ein Wandmosaik mit dem damaligen Streckennetz der Swissair erhalten.

Das Projekt „Ziviler Flugplatz Dübendorf“ der vom Schweizer Bund beauftragten Flugplatz Dübendorf AG umfasst die Planung und Realisierung aller für den Flugplatzbetrieb erforderlichen Hoch- und Tiefbauten. Basierend auf einem Studienwettbewerb wurden Lösungen für ein Gesamtkonzept gesucht. Die Teilnehmer hatten alle für den Flugplatzbetrieb notwendigen Hochbauten im Süden der Piste gemäß Raumprogramm sowie die zugehörigen Außenräume und Erschließungen zu entwerfen. Eine hochwertige Anmutung wurde beim „Gesicht der Anlage“, dem Business Aviation Center, erwartet. Bei den übrigen Bauten standen aufgrund der begrenzten Dauer des Baurechts die funktionalen und wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund. Dem Bedürfnis nach Verlässlichkeit und Sicherheit sollte mit einer präzisen und klaren Architektur und mit hellen und übersichtlichen Räumen Rechnung getragen werden. Ausdruck und Emotion sowie Begeisterung und Inspiration wiederspiegeln sich im Gesamterlebnis für Kunden und Besucher.

Die Jury beurteilte u.a. die Funktionalität der Bauten und Anlagen, die wirtschaftliche Konzeption der Bauweise in Bezug auf Investition und Unterhalt sowie die Qualität von Städtebau, Architektur und Umgebungsgestaltung. Im Weiteren wurden die Effizienz der logistischen Prozesse für Betrieb und Anlieferung, die Qualität der gebäudetechnischen Konzepte genauso wie die ökologische und energetische Nachhaltigkeit beurteilt.

Am Donnerstag 09. November 2017 wurde das Siegerprojekt für die Gestaltung der neuen Gebäude vorgestellt, die es zum Betrieb eines Airports für die Business- und Geschäftsfliegerei braucht. Nach intensiven Diskussionen wurde das Projekt von Meier Hug Architekten AG (Zürich) einstimmig als Siegerprojekt gewählt und mit Empfehlung auf Weiterbearbeitung dem Verwaltungsrat der FDAG beantragt. Auf seiner Sitzung vom 03. November 2017 hatte der Verwaltungsrat dem Antrag zugestimmt.  

Mit einer geschickten Ausnützung des Hochbauperimeters im Westen sowie einer vergleichsweise hohen Zahl kompakter Einzelbauten gelingen den Verfassern, Meier Hug Architekten AG, eine ebenmäßige Gliederung und eine großzügig wirkende städtebauliche Anordnung. Die Zusammenfassung der volumetrisch verwandten Gebäude wird maßgeblich durch eine vollständige Verkleidung ihrer Obergeschosse mit perforiertem Blech und mit einem durchgehenden Horizont dazu kontrastierender Erdgeschosse erreicht. Durch die Schrägstellung erhält die metallische Verkleidung den Anschein eines Kleides, das dem Entwurf seine charakteristische Prägung verleiht. Die Schrägstellung weist aber auch auf ihre Funktion als fest installierter Sonnenschutz hin. Mit der Verkleidung werden unterschiedliche Gebäudeformen und -höhen oder auch Dachaufbauten für die Gebäudetechnik überformt. Die Vordächer beim Business Aviation Center (BAC) und dem Gastronomiegebäude sind selbstverständlich in die Architektur integriert und werden durch ihre Konstruktion mit einer einfachen Abspannung als wirtschaftlich eingeschätzt. Die Verkehrsflächen sind effizient und die weitgehende Trennung der betrieblichen Wege von den Wegen der Passagiere sorgt für die gewünschte Diskretion. Adäquat sind die Abmessungen der Außenräume vor dem BAC und der Gastronomie. Quelle: Flugplatz Dübendorf AG / DMM   

Dübendorf nahe Zürich wird Businessaviation-Airport
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