Personalia

10. November 2017 | Von: Gernot Zielonka

Köln-Bonns Flughafenchef beurlaubt

NRW's Landesregierung hatte personelle Konsequenzen innerhalb der Geschäftsführung des Köln-Bonner Flughafens angekündigt, falls sich die Vermutungen von Verfehlungen von Airportchef Michael Garvens bestätigen sollten. Vom Aufsichtsrat beauftragte Wirtschaftsprüfer werfen der Geschäftsführung u.a. vor, einen leitenden Mitarbeiter für elf Jahre freigestellt und Geld an ein Unternehmen ohne Gegenleistng gezahlt zu haben. Der finanzielle Schaden für den Airport soll sich im Millionenbereich bewegen. Nun wurde Garvens (58), Vorsitzender der Geschäftsführung des Airports, beurlaubt.

"Sofern es zu strafbaren Handlungen oder Unterlassungen durch Garvens - er ist auch Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) - gekommen sein sollte, sind die Strafverfolgungsbehörden zu informieren“, sagte ein Regierungssprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Wer dem Aufsichtsrat Hinweise auf mögliche Verfehlungen gegeben hat, ist unbekannt. Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers werfen die Gutachter der Geschäftsführung erhebliche Verfehlungen im Umgang mit Freistellungen leitender Mitarbeiter vor. In einem Fall soll die Freistellung elf Jahre betragen haben. An ein Frachtunternehmen soll Geld geflossen sein, obwohl es angeblich keine Gegenleistungen gab; bei der Behebung eines Brandschutzmangels am Flughafen soll es erhebliche Verzögerungen gegeben haben. Zudem soll der Flughafen laut Revisionsbericht einer Cargofirma zu viel Geld für angemietete Flächen gezahlt haben. Angeblich beläuft sich der Schaden für den Airport auf mehr als 1 Mio. Euro.

Die beiden Geschäftsführer des Flughafens haben die Vorwürfe in einem Brief an den Aufsichtsrat als einen „nicht begründeten Verdacht“ zurückgewiesen. Das Gutachten von Wirtschatsprüfern und Rechtsanwälten wurde in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats vorgestellt. Die Sondersitzung des Aufsichtsrats wurde vom Vorsitzenden Prof. Kurt Bodewig (SPD) geleitet. Der Aufsichtsrat des Flughafens Köln/Bonn hatte Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte damit beauftragt, mögliche Verfehlungen der Geschäftsführung unter Vorsitz von Michael Garvens zu untersuchen.  Bodewig zu den Ergebnissen der Sondersitzung: "Der Aufsichtsrat hat sich umfassend mit den vorgetragenen Vorwürfen befasst. Die Prüfungen sind hinsichtlich der aufgeworfenen Verdachtsmomente noch nicht abgeschlossen. Deshalb hat der AR folgenden Beschluss gefasst:  

  1. Fortsetzung der laufenden Untersuchungen der Rechtsanwaltskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, um die im Bericht vom 10.11.2017 offen gebliebenen Punkte einer abschließenden Klärung zuzuführen.
  2. Schriftliche Anhörung der Geschäftsführung bis zum Ende der kommenden Woche.
  3. Freezing-Order für das gesamte Unternehmen für den Untersuchungszeitraum für Zwecke der im Raume stehenden Untersuchungsgegenstände.
  4. Beurlaubung des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Herrn Michael Garvens, ab sofort bis zum 15.12.2017 (Tag der Aufsichtsratssitzung).“  Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger / DMM
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