Recht, Steuern & Versicherung

07. Dezember 2017 | Von: Gernot Zielonka

Der Preis muss schon "normal sein"

Kommt das Gepäck nicht mit demselben Flug an, sondern verspätet, möglicherweise am nächsten Tag, kann der Passagier die nötigsten Dinge, die er braucht kaufen. Luxusklamotten und teure Kosmetika gehören nicht dazu. Die muss eine Fluggesellschaft nicht bezahlen.

Ab und an mag es ja vorkommen, dass ein Fluggast teuer einkaufen geht, wenn er am Zielort seiner Flugreise sein Gepäck nicht am selben Tag erhält. Doch luxuriöse Bekleidung oder Kosmetika muss eine Airline nicht ersetzen, lautet ein Urteil des Amtsgerichts Frankfurt/M..

Ein Geschäftsreisender hatte auf Malta zu tun. Nach der Landung stellte der Mann fest, dass sein Gepäck nicht mitgekommen war. Erst am nächsten Tag traf es am Flughafen ein. Weil er dringend Kleidung für einen Businesstermin brauchte, ging er einkaufen. Bekleidung und Kosmetika im Gesamtwert von 1.286 Euro stellte er der Fluggesellschaft in Rechnung. Die Airline zahlte ihm allerdings nur Schadenersatz in Höhe von 300 Euro. Daher verklagte der Mann die Airline. Er rechtfertigte die hohen Ausgaben für Kleidung und Kosmetika mit einem wichtigen Geschäftstermin. Er trage ausschließlich elegante Garderobe und könne zudem wegen einer Allergie die üblichen Hotel-Kosmetika nicht benutzen.

Mit seiner Klage hatte der Mann allerdings keinen Erfolg. Der von der Airline gezahlte Schadenersatz von 300 Euro sei ausreichend, musste er sich vom Richter am Amtsgericht Frankfurt sagen lassen. Erforderlich seien nur die notwendigen Dinge für eine Übernachtung gewesen. Zudem sei der Kläger  von der Airline informiert worden, dass sein Gepäck am nächsten Tag eintreffen werde. Wenn der Kläger ausschließlich Luxusprodukte bevorzuge, so sei dies sein persönliches Vergnügen. AG Frankfurt/M. Az: 30 C 570/17 (68)./ DMM

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