Bahn

05. Dezember 2017 | Von: Gernot Zielonka

Eröffnung Schnellstrecke Xi'an - Chengdu

In China wird beinahe monatlich eine neue Schnellstrecke eröffnet. Inzwischen ist das Hochgeschwindigkeitsnetz im Reich der Mitte größer als das des Rests der Welt. Am 06. Dezember 2017 wird die NBS von Xi'an, Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi im Nordwesten Chinas, nach Chengdu, Hauptstadt Sichuans im Südwesten, in Betrieb genommen.

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Xi'an - Chengdu ist 658 km lang. Sie ist Teil der Hochgeschwindigkeits-Initiative „Acht Vertikale und acht Horizontale“, die auf die Stärkung der regionalen Wirtschaftsentwicklung abzielt. Auf dieser Magistrale werden in der ersten Phase insgesamt 19 Züge in jeder Richtung verkehren. Ab Fahrplanwechsel zum 01.01.2018 wird sich die Fahrzeit zwischen beiden Millionenmetropolen von rund sieben Stunden auf nur noch 3:27 Stunden verringern.

Anders als die meisten chinesischen Schnellstrecken ist diese Linie „nur“ für Tempo 250 km/h zugelassen. Der Bau dieser zweigleisigen elektrifizierten Strecke war sehr anspruchsvoll. Rund 55 % der Gesamtlänge der Strecke entfallen auf Tunnel. Die Fahrgäste solle auf der gesamten Strecke von besten Empfangsqualitäten und damit Arbeitsmöglichkeiten im Internet profitieren. Jeder Meter der Bahnlinie wird durch ein 4G-Signal vollständig abgedeckt, so die führenden Netzbetreiber China Telecom, China Mobile und China Unicom.

Die Züge verfügen wie in der gesamten Hochgeschwindigkeitsflotte vier Klassen: Zweite Klasse (mit der Economy-Klasse im Flugzeug vergleichbar (2+3 Bestuhlung), Erste Klasse (normaler Sitz, der in etwa mit der 2. Klasse im deutschen ICE vergleichbar ist, jedoch mit mehr Beinfreiheit), Besonderer Klasse (vergleichbar mit der Businessclass im Flugzeug ) und Geschäftsklasse (vergleichbar mit der First Class im Flugzeug, meist nur etwa 10 Plätze verfügbar).

China verfügt über das längste Schnellfahrstreckennetz der Welt. In Kürze wird es 25.000 km erreichen. Davon entfallen rund 11.000 km, die für Geschwindigkeiten zwischen 200 und 250 km/h trassiert sind, während auf 14.000 km Länge mit bis zu 350 km/h gefahren wird. Dabei gilt zu beachten, dass die schnellen Züge in verschiedenen Klimazonen verkehren. Im Norden Chinas können die Tiefsttemperaturen -40°C erreichen, während im Süden bis zu +45°C herrschen können — eine Herausforderung für die Infrastruktur und das rollende Material. Quelle: Xinhuanet / DMM

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