Bahn

06. Dezember 2017 | Von: Gernot Zielonka

Zugunglück vor Aufklärung

Möglicherweise ist die Ursache des Zugunglücks von Meerbusch-Osterath nahe Neuss bald geklärt. Erste Untersuchungen haben ergeben, dass der Triebzug der RE 7 Rheine-Köln-Krefeld auf der zweigleisigen Strecke in einen an sich gesperrten Abschnitt gefahren war, gesperrt deswegen, weil ein vorausfahrender Güterzug mit Ziel Rotterdam ordnungsgemäß vor einem roten Einfahrsignal vor dem Bahnhof von Osterrath gehalten hatte und damit das rechte Richtungsgleich belegt war.

In diesem Fall zeigt das nächste hinter dem Güterzug befindliche Signal grundsätzlich Rot. Und ein Überfahren löst generell eine Zwangsbremsung eines nachfolgenden Zugs aus und zwar mit mehr als ausreichendem Abstand zum vorausfahrenden Zug. Normalerweise hätte also der Triebfahrzeugführer des Regionalexpress - hier ein moderner Talent 2 der privaten Bahngesellschaft National Express - eine Zwangsbremsung erhalten müssen. Menschliches Versagen des Güterzug-Lokführers kann es nicht gewesen sein und auch nicht beim Lokführer des RE. Letzterer reagierte glüklicherweise noch blitzschnell, so dass es nicht noch mehr Verletzte oder gar Tote geben konnte.

Warum der RE dennoch das eigentlich besetzte Richtungsgleich nach Osterrath befahren konnte, ob möglicherweise eine falsche Signalstellung erfolgt war, all‘ dies ist noch zu ermitteln, so die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn. Beim Unfall wurden neun der 173 Fahrgäste schwer verletzt, 41 erlitten leichtere Blessuren. Die Behörde hat die Fahrtenschreiben der Zuglok des Güterzugs sowie des Talent 2 sichergestellt. Die Datenträger werden ausgewertet ebenso wie die Vorgänge in zwei Stellwerken und der Bahnfunkverkehr. Der Sachschaden geht in die Millionen. Quelle: Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung / DMM 

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