Bahn

12. April 2018 | Von: Gernot Zielonka

Älteste deutsche Lok soll aus dem Rhein geborgen werden

Sie ist das älteste Denkmal deutscher Eisenbahngeschichte und ein wertvolles Gut der Industriekultur - die Dampflok "Der Rhein". 1852 in den Kessler-Werken in Karlsruhe gebaut, fiel sie im selben Jahr auf dem Weg zu ihrem Einsatzort auf der Bahnstrecke Düsseldorf-Elberfeld bei Germersheim in den Rhein. Dort lag dieser "Schatz" seit mehr als 165 Jahren begraben.

Etliche Versuche in der Vergangenheit, die Lok "Der Rhein" zu bergen, schlugen fehl, dann geriet sie in Vergessenheit. Spätere Anläufe zur Ortung zogen sich über Jahrzehnte hin. Doch nun endlich wurde der "Schatz im Rhein" wiederentdeckt, die Bergung soll noch in diesem Jahr stattfinden: am 21. Oktober 2018. Ein Jahrhundertprojekt, das viele Kräfte vereint: Schatzsucher, Möglichmacher, Geschichtenerzähler und Unterstützer.

Die Schatzsucher um den ehrenamtlichen Museumsleiter der Eisenbahnwelt Darmstadt-Kranichstein, Volker Jenderny, dem pensionierten Lokführer Horst Müller und dem Geophysiker Prof. Dr. Bernhard Forkmann haben ein Vierteljahrhundert gesucht, gemessen, gehofft und gebuddelt - ohne Erfolg. Bis ein Zufall ihnen die richtige Schatzkarte in die Hände spielte. Jetzt sind die Eisenbahnromantiker sicher, die älteste noch existierende Dampflokomotive Deutschlands gefunden zu haben.

Möglichmacher Tobias Bartenbach, CEO der Agentur Bartenbach und Leiter des Projektbüros "Jäger der versunkenen Lok", sagt: "Unser Ziel ist es, das Vorhaben der Schatzsucher zum verdienten Erfolg zu führen. Und nebenbei ein Stück deutscher Geschichte und Industriekultur zu rekonstruieren." Ein kostspieliges Unterfangen, das trotz zahlreicher Unterstützer auf weitere finanzielle Hilfe angewiesen ist. Deshalb kann ab sofort jeder mittels Crowdfunding über die Plattform www.startnext.de/jaeger-der-versunkenen-lok zur Bergung der Lok beitragen. "Wir hoffen auf viele kleine Unterstützungen, die es am Ende ermöglichen, das Gesamtbudget in Höhe von 1/2 Mio. Euro zusammenzutragen", so Bartenbach.

Medial begleitet wird das Projekt bereits seit den Suchanläufen vor 25 Jahren vom Geschichtenerzähler SWR. SWR-Intendant Peter Boudgoust: "Es ist ein echtes Projekt zum Mitfiebern: Gelingt es, die älteste noch existierende Dampflok Deutschlands aus dem Kiesbett des Rheins zu bergen? 'Jäger der versunkenen Lok' ist eine Schatzsuche mit ungewissem Ausgang, die wir auf allen Kanälen begleiten - im Fernsehen, im Hörfunk und interaktiv im Netz. So schafft der SWR ein einzigartiges Erlebnis für den Südwesten und bringt Menschen zusammen. Und am Ende steht hoffentlich eine 166 Jahre alte Lok im Trockenen."

Einer der Unterstützer des Projekts, neben den zahlreichen kleinen des Crowdfundings, ist die Sparda-Bank Südwest. Deren Leiter Kommunikation & Marketing, Andreas Manthe: "Die Bergung der Lok ist für uns eine einzigartige Geschichte, weil sie unmittelbar mit der Entstehung der Sparda-Bank zu tun hat. 1899 gründeten Eisenbahnbeamte, Hilfsbeamte und Arbeiter im Eisenbahndirektionsbezirk Mainz eine Spar- und Darlehenskasse als genossenschaftliche Selbsthilfeeinrichtung. Später wurde aus der Eisenbahn-Spar- und Darlehnskasse die Sparda. Mit der Sparda Stiftung Kunst, Kultur und Soziales unterstützen wir daher dieses tolle Projekt." Das Bergungsvorhaben und der Termin wurden der Öffentlichkeit am 10. April 2018 vorgestellt. Quelle: Projektbüro "Jäger der versunkenen Lok", www.lok-jaeger.de/ DMM

Anzeige

Die aktuelle
Ausgabe
01/02.2018

Mobilität im Wandel
Künstliche Intelligenz und Machine Learning revolutionieren das Mobilitätsmanagement
mehr...

Jetzt abonnieren
Der Mobilitätsmanager Ausgabe: 01/02.2018

Unternehmens- führung und Geschäftswagen-Management

Anzeige

Anzeige

Schließen