Automobil

13. April 2018 | Von: Gernot Zielonka

Auto sucht sich seinen Parkplatz alleine

41 Stunden suchen deutsche Autofahrer im Durchschnitt pro Jahr nach einem Parkplatz, die Engländer suchen 44 Stunden und Bewohner New Yorks sogar 107 Stunden jährlich. Und die Situation wird infolge des immer enger werdenden Verkehrsraums mit Sicherheit nicht besser, im Gegenteil: Weil die Autobauer ihre Fahrzeuge in den jeweiligen Segmenten von Generation zu Generation wachsen lassen, wird die Parkplatzsuche vor allem in den Städten immer prekärer. Nun glaubt Volkswagen, dass alles einfacher werden kann: In Zukunft sollen z.B. Flugreisende ihr Auto einfach am Eingang von Parkplätzen oder Parkhäusern abgeben. Die Parkplatzsuche und das Einparken übernimmt das Automobil selbst – ohne Stress, ohne Kratzer und vor allem: ohne Zeitverlust. Voraussetzung: Internet muss verfügbar sein und man muss sein Smartphone zur Hand haben. Ist beides nicht der Fall, funkioniert auch nichts.

Wie das gehen kann, zeigt ein Pilotprojekt aus dem Volkswagen Konzern: In einem Terminal nahen Parkhaus am Hamburg Airport testen Experten derzeit das autonome Parken mit Fahrzeugen der Marken Volkswagen, Audi und Porsche. Das Projekt ist Teil der Mobilitätspartnerschaft mit der Freien und Hansestadt Hamburg, die zum Ziel hat, Hamburg als Modellstadt für urbane Mobilität zu entwickeln. Anfang des nächsten Jahrzehnts sollen erste Kunden den neuen Service des autonomen Parkens testen können. 

Johann Jungwirth, Chief Digital Officer des Volkswagen Konzerns: „Wir wollen den Menschen Lebenszeit und Lebensqualität zurückgeben, indem wir mit neuen Mobilitätslösungen Zeitverlust und Stress im Straßenverkehr reduzieren. Unsere Vision ist eine überall, jederzeit und für jedermann auf Knopfdruck verfügbare Mobilität – autonome Fahrzeuge spielen dabei eine entscheidende Rolle. Aktuell verbringen die Menschen rund 30 % ihrer Fahrzeit im Stadtgebiet mit der Parkplatzsuche. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren ist daher das autonome Parken – als integriertes Konzept mit Rundum-Services und der Abwicklung per App.“

Beim am Freitag, 13. April, gezeigten Testszenario können die Nutzer den Parkplatz von zuhause per App buchen und ihren Wagen einfach am Eingang des Parkhauses abgeben. Alles Weitere erfolgt dann ganz von alleine: Das Fahrzeug sucht sich einen freien Parkplatz (sofern es den überhaupt noch gibt), je nach Bedarf an einer E-Ladesäule. Möglich machen das einfache, im Parkhaus angebrachte Bildmarker, an denen sich die Fahrzeugsensoren orientieren.

Und während der Fahrzeugbesitzer auf Reisen ist, werden bestellte Pakete in den Kofferraum des Fahrzeugs geliefert, die Reinigung hängt frisch gewaschene Kleidung direkt ins Fahrzeug. Nach der Rückkehr von seiner Reise sendet der Fahrer einfach einen kurzen Hinweis über die App und das Fahrzeug ist kurze Zeit später am Ausgang des Parkhauses bereit zur Heimfahrt. Und auch die Abrechnung erfolgt schnell und ohne Schlange-stehen am Parkautomaten: einfach per App. Pech hat natürlich, wer kein Smartphone griffbereit hat.

Die Integration nutzerzentrierter Services kombiniert mit innovativer Technik ist richtungsweisend für die Zukunft der Mobilität. Genauso richtungsweisend ist auch die Zusammenarbeit bei diesem Projekt. Frank Horch, Hamburger Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Ich finde es wichtig, dass das Parken am Flughafen  möglichst schnell funktioniert. Autonomes Parken, bei dem das manuelle Abstellen des Fahrzeugs (Mann/Frau sitzt noch am Steuer) entfällt, ist für der richtige Weg. Als erster Flughafen Deutschlands engagiert sich der Hamburg Airport für autonome Parklösungen und stellt dafür Parkgassen im Parkhaus direkt gegenüber des Terminals 2 für die Testphase zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich für die Parkplatzsituation am Flughafen: Autonom parkende Autos benötigen deutlich weniger Platz zum Parken, da kein Fahrer aus- oder einsteigen muss. So könnten für Fluggäste in Zukunft mehr Parkplätze direkt am Flughafen zur Verfügung stehen.

Die Gestaltung der urbanen Mobilität nimmt für den Autokonzern im Rahmen der „TOGETHER – Strategie 2025“ eine wichtige Rolle ein. Denn die Zukunft der Mobilität findet zuallererst in den Städten und Metropolen statt. Hier sind die Probleme am drängendsten, gleichzeitig ist das Potenzial zur Veränderung hier am größten. Daher investiert der Volkswagen Konzern mehr als 34 Mrd. Euro in neue Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, autonomes Fahren, digitale Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer und neue Mobilitätsdienste – alles wichtige Hebel, um die Mobilität in den Städten effizienter, sauberer und lebenswerter gestalten zu können. Quelle: Volkswagen / DMM

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