Geschäftsreise

09. Oktober 2017 | Von: Gernot Zielonka

Chinesen reisen weniger nach Europa

China verzeichnete 2016 einen 13 %igen Anstieg an Auslandsreisen. Die Reisen nach Europa hingegen waren in 2016 rückläufig, scheinen sich jüngst wieder zu erholen. Im Reich der Mitte hat sich herumgesprochen, dass Europa, speziell Deutschland, Frankreich, Belgien und Großbritannien, durh Terroristen, die als Flüchtlinge getarnt eingereist sind, massiv bedroht ist. Anders als in den USA, wo es eine offizielle Reisewarnung für US-Staatsbrüger nach Europa gibt, ruft Peking nur zur Wachsamkeit bei Europareisen auf. Der Geschäftsreisesektor machte nur 15 % aus.

Während internationale Reisen 2016 insgesamt um rund 4 % wuchsen, verbuchte das „Reich der Mitte“ eine Wachstumsrate von + 13 %. Damit übertraf China die durchschnittliche Wachstumsrate der Asien/Pazifik-Region, die im Jahr 2016 bei knapp 9 % lag, und stärkte seine Position als einer der weltweit wichtigsten Quellmärkte für internationale Reisen weiter. Dies besagen die Ergebnisse einer Sonderauswertung des World Travel Monitor von IPK International im Auftrag der ITB Berlin.

Im Jahr 2016 unternahmen die Chinesen 51,2 Mio. Übernachtungsreisen ins Ausland – Reisen nach Macau und Hongkong nicht mitgezählt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das in absoluten Zahlen rund 6 Mio. mehr Auslandsreisen, was einer Steigerung von 13 % entspricht. Zudem hat China seine Position als viertgrößter Quellmarkt der Welt nach Deutschland, den USA und dem Vereinigten Königreich weiter gestärkt und zugleich den Abstand zu Frankreich auf dem fünften Platz weiter vergrößert. Rund drei von vier Auslandsreisen der Chinesen haben Asien/Pazifik zum Ziel. So liegen die Top-5 Destinationen innerhalb der Region, wie etwa Südkorea und Thailand. Auf Platz sechs der beliebtesten Destinationen der Chinesen liegen die USA mit rund 2,8 Mio. Reisen in 2016.

Die beliebtesten europäischen Destinationen sind Deutschland, Spanien, Frankreich, die Schweiz und Österreich. Jedoch sank nach sieben aufeinanderfolgenden Wachstumsjahren die Zahl der chinesischen Reisen nach Europa im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 4 %, so dass insgesamt 16 % aller chinesischen Auslandsreisen nach Europa führten. Erste Trends für 2017 zeigen jedoch wieder eine positive Entwicklung bezüglich chinesischer Reisen nach Europa.

Reine Urlaubsreisen (ohne die Kombination mit Besuch von Freunden oder Verwandten) haben bei den chinesischen Reisenden (72 %) einen deutlich höheren Anteil im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 57 %. Obwohl der Anteil der Geschäftsreisen im Jahr 2016 eher gering war (15 %), wuchs die Zahl gegenüber 2015 um 22 %, während Urlaubsreisen nur um 11 % stiegen. Darüber hinaus betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Ausland fast sechs Nächte, was eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Ausgaben pro Nacht blieben auf gleichem Niveau. Rund 75 % der chinesischen Auslandsreisenden entschieden sich dazu in Hotels zu übernachten. Vier- und Fünf-Sterne-Hotels waren die bevorzugten Kategorien, auf die in Summe 52 % aller Übernachtungen entfielen. Damit unterscheiden sich die Chinesen auch hinsichtlich der Unterkunftswahl von dem globalen Durchschnitt, der in Bezug auf Luxushotels bei nur 39 % liegt.

Das Flugzeug ist mit über 80 % das bevorzugte Transportmittel der Chinesen bei ihren Auslandsreisen, was logischerweise die Entfernungen bedingen. Diese Zahl ist deutlich höher als der globale Durchschnitt von rund 60 %.

Wenn es um die Informationsquellen vor Reiseantritt geht, nutzen 88 % der chinesischen Auslandsreisenden das Internet. Dies ist nur etwas höher als der weltweite Durchschnitt von 81 %. Weltweit buchen rund 30 % ihre Auslandsreise über ein Reisebüro, bei chinesischen Auslandsreisen werden hingegen fast 50 % an Reisebürobuchungen verzeichnet. Quelle: ITB / DMM

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