Geschäftsreise

14. November 2017 | Von: Gernot Zielonka

Fliegen ist viel teurer geworden

Viele haben es prognostiziert, nun scheint es tatsächlich eingetreten zu sein: Die Tarife fürs Fliegen in Deutschland steigen kräftig. Ursache ist die Pleite der Airberlin und die Quasi-Monopolstellung der Lufthansa. Europas Nr. 1 hat für gerade mal 210 Mio. Euro einen Großteil der insolventen Airberlin übernommen inklusive Flugzeugen und Personal. Und weil das schließlich Geld gekostet hat, muss das wieder hereingeholt werden.

Mehr als das Dreifache müssen Kunden seit dem Grounding teilweise für innerdeutsche Flüge bezahlen. Das hat seinen Grund: Die meisten Strecken werden nämlich nur von Lufthansa oder deren Tochter Eurowings geflogen. Eine Aufstockung der Flüge wird es wohl erst 2018 geben. Und damit vielleicht auch wieder eine leichte Preissenkung. Denn die LH hat eine Aufstockung ihrer innerdeutschen Frequenzen angekündigt.

Viele Unternehmen klagen aktuell über zum Teil drastisch gestiegene Kosten für Geschäftsreisen. Flugtickets sind laut vielen Firmen um bis zu 50 % teurer geworden. Das bestätigt auch der VDR. Nach dem Aus des Linienverkehrs der einstigen deutschen Nr. zwei sind auf den Kurzstrecken die Preise zwischen 26 % an Werktagen und fast 40 % an Wochenenden gestiegen. Unter der Woche trifft das vor allem Geschaftsreisende bzw. deren Firmen, am Wochenende logischerweise die Privatklientel.

„Aktuell bestätigt sich leider das, was wir bereits vor einigen Monaten befürchtet haben“, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl. Die höheren Preise im Lufthansa-Konzern sind nach deren Angaben allein durch die gestiegene Nachfrage entstanden, die ihrerseits auf das verkleinerte Angebot zurückzuführen ist. Aktuell klettert die Auslastung im Lufthansa-Konzern auf Rekordwerte. DMM

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