Geschäftsreise

07. Dezember 2017 | Von: Gernot Zielonka

Kann man noch nach Israel fliegen?

Während Jerusalem schon seit Jahrhunderten ein wichtiger Pilgerort ist und quasi als erster Ort weltweit dem Overtourism ausgesetzt war, hat sich vor allem auch Tel-Aviv in jüngster Zeit zu einer Trenddestination entwickelt: Die Stadt ist hip, verfügt über tolle Strände und gutes Nachtleben. Und sie ist auch für Geschäftsreisende auf Westeuropa ein nicht unbedeutendes Ziel. Dem Boom des Tourismus im Heiligen Land froht nun ein jähes Ende.

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump vom Mittwoch, 06. Dezember 2017, die US-Botschaft (als einzige aller Länder) von Tel-Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen und die damit implizierte Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel, sorgen aktuell für Aufruhr in muslimischen Kreisen weltweit, und für Sorgenfalten bei neutralen Beobachtern. Die Angst geht um, dass das Pulverfass Nahost wieder einmal explodieren könntet. Einzelne muslimische Gruppierungen rufen bereits zu einer dritten Intifada auf. Generalstreiks von Palästinensern sind im Land angekündigt.

Diverse Behörden haben ihre Reisehinweise bereits angepasst. Auch das Auswärtige Amt befürchtet gewalttätige Ausschreitungen. "Seit 06. Dezember 2017 kann es zu Demonstrationen in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen kommen", so das Auswärtige Amt. Dabei können gewalttätige Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen werden. Die Behörde rät, sich über die lokalen Medien zu informieren und „betroffene“ Gebiete zu meiden“, was immer das heißen mag. Die Reisewarnung für den Gaza-Streifen gilt weiterhin.

Touristiker sind sich aktuell unsicher, weil Trump just vor den Jahresend-Festtagen, an denen Tausende Pilger nach Jerusalem (Christen wegen Weihnachten, Juden wegen Chanukkah) fahren, ein Tabu gebrochen hat, das Timing von Donald Trump ist also extrem unglücklich.

Was bedeutet dies für Reiseanbieter mit Israel-Angeboten? Zurzeit halten fast alle an ihren verkauften und geplanten Reisen fest und sind zuversichtlich, diese durchführen zu können. Alle aber behalten die Entwicklung in Israel im Auge und vertrauen darauf, dass die Lage ruhig bleibt. Zudem sind die meisten aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung mit Israel-Reisen auf politische Spannungen und deren Auswirkungen vorbereitet. Die Sicherheitsvorkehrungen und die Bereitschaft der relevanten israelischen Behörden ist aufgrund langjähriger Erfahrung mit Bedrohung hoch und zu jederzeit gewährleistet. Quelle. Auswärtiges Amt / DMM

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