Automobil

16. März 2017 | Von: Gernot Zielonka

Opels neuer Insignia - ein Tick Monza Concept

Das ist er also und er fährt sich richtig gut, der neue Opel Insignia Grand Sport. Wir haben das Flaggschiff der Rüsselsheimer, das dort auch gebaut wird auf Herz und Nieren auf Fern- und Nebenstraßen quer durch den Taunus getestet. Erster Eindruck: Ein sehr ansprechendes Außendesign im Stil eines Coupés, ein bisschen Formensprache der tollen Studie Monza Concept, technisch, insbesondere die Konnektivität betreffend, up to date. Fast alles wirkt premium. Nur beim Interieur reichen die Opelaner mit ihrem Top-Modell, das die berühmtem Limousinen Kapitän, Admiral und Diplomat aus den 1960ern beerben soll, nicht ganz an die beiden Welt-Top-Fabrikate aus dem Freistaat Bayern heran. Allerdings, und das ist das große Plus: Der Insignia des Jahrgangs 2017 ist auch sehr viel preiswerter als die Wettbewerber aus Ingolstadt und München.

Der jüngste Rüsselsheimer – eines von sieben neuen Modellen in 2017 – ist auf einer komplett neuen Plattform entstanden und damit erheblich größer als der Vorgänger. Aber trotz starken Wachstums (Länge 4,90 m = + 5,5 cm, Radstand jetzt 2,83 m = + 9,2 cm, Höhe minus 2,9 cm) ist der Wagen je nach Ausstattung bis zu 175 kg leichter (Sportstourer sogar bis zu minus 200 kg). Bei alledem ist der Neue beim Treibstoffverbrauch bis zu 10 % günstiger. Nach dem künftigen realistischeren Verbrauchsstandard WLTP gemessen macht der Insignia tatsächlich eine tolle Figur: Wir haben den 2,0 l Diesel mit ca. 6 l gefahren, dies trotz teils rasantem Vorwärtskommen und schonungslosem Treiben auf Landstraßen. Das liegt zum einen an den hocheffizienten Benziner- und Dieselaggregaten, zum anderen an der Windschnittigkeit. Mit einem cW-Wert von 0,26 zählt er zu den aerodynamischsten Modellen seines Segments.    

Gewerbeklientel ist wichtigste Zielgruppe. Zwar macht die Limousine mit dem Zusatz „Grand Sport“ bei den Verkäufen in Deutschland nur 20 % aus, der im Juni folgende Sportstourer räumt in Kombiland Deutschland nahezu vier Fünftel ab; und schließlich ist das noch die dritte Karosserieversion Country Tourer im Offroad-Stil, die ebenfalls gebaut werden wird. Der Insignia ist für den Autobauer eine ganz wichtige Säule; denn er bedient auch und vor allem das gewerbliche Segment. Gute 2/3 der Abnehmer über alle Insignia-Karosserievarianten hinweg sind gewerblich; sogar 3/4 des Sports Tourers finden sich vor allem bei Unternehmensflotten. Aber auch Freiberufler schätzen den Wagen. Über alle drei Karosserievarianten hinweg orderten die Kunden zu 69 % die höchste Ausstattungsstufe Innovation gefolgt von der Linie Edition (21 %), 6 % nahmen „Sport“ und der kleine Rest beließ es heim Basismodell.  

Es sind nun schon neun Jahre her, seit der Insignia die Modelle Vectra C und Signum ablöste. Seitdem wurden von der ersten Generation bis heute 930.000 Einheiten erkauft, über 200.000 davon in Deutschland. Jürgen Keller, seines Zeichens Executive Director Verkauf, Marketing & Aftersales denkt, dass die Limousine sich beim neuen Modell besser verkaufen wird als der Vorgänger. Aber egal wie, Hauptsache, die Kunden lieben den Neuling. Der ist unserer Meinung nach extrem gut in Form. Elegant äußerlich, sportlich wenn’s drauf ankommt, innen jetzt mit mehr Wohlfühlgefühl und Platz und, nicht zu vergessen, ein Meister der Vernetzung.

Und die zweite Generation bietet viele intelligente Technologien. Das Angebot reicht vom IntelliLux LED Matrix-Licht und dem topmodernen Allradsystem mit Torque Vectoring über modernste Fahrerassistenz-Systeme bis hin zum Head-Up-Display. Das Ding ist richtig gut, zumal es in Farbe auf die Windschutzscheibe projiziert. Dazu kommt eine Opel-typisch erstklassige Vernetzung mit Smartphone-Integration, die jetzt um den Booking-Service bei Opel OnStar erweitert wird – hierbei reserviert ein OnStar-Mitarbeiter Hotelzimmer (in Kooperation mit Booking.com) für den Fahrer bzw. seine Passagiere –, zudem hilft er bei der Parkplatzsuche (in Zusammenarbeit mit parkopedia).  

Ob Fronttriebler oder Allradler, der Wagen weiß mit viel Agilität und Fahrpräzision zu begeistern. Erstmals bei Opel gibt es in der neuen Insignia-Generation einen intelligenten Allradantrieb mit Torque Vectoring – der radindividuellen Kraftverteilung –, ein Achtstufen-Automatikgetriebe und eine 360°-Rundumkamera. Im Zusammenspiel mit Turbobenzinern und –dieseln der jüngsten Generation, Leichtbau und einer etwas tieferen Sitzposition sind die neuen Insignia Grand Sport und Sports Tourer agiler denn je und vermitteln dem Fahrer ein direktes Fahrgefühl.  

Dazu ist der neue Insignia mit zahlreichen Assistenzsystemen der jüngsten Generation ausgestattet. Auch an die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, die nicht im Fahrzeug sitzen, ist gedacht. Er ist der erste Opel mit aktiver Motorhaube und verbessert somit deutlich den Fußgängerschutz. Bei einem Zusammenstoß hebt sich die Aluminiumhaube in Millisekunden an, um den Abstand zu harten Teilen des Motorblocks zu vergrößern.  

Einen ersten Blick haben wir auch auf den neuen Insignia Sportstourer geworfen, der noch mehr Anleihen bei der athletisch gezeichneten Studie Monza Concept nimmt. Der Kombi wirkt richtig schick und athletisch. Präsenz vermitteln der verlängerte Radstand, der kürzere Überhang an der Front und die vorne und hinten verbreiterte Spur. Die Fahrzeugseite charakterisiert die Opel-Sichel, die vom unteren Türbereich aus den Blick Richtung Heck führt. Vom Monza Concept inspiriert ist der vom Rückspiegel ausgehende Chromstreifen zwischen Fenstern und Dach. Er zieht sich schwungvoll bis zu den LED-Heckleuchten und lässt den gerade einmal 1.500 mm hohen Insignia Sports Tourer noch niedriger und eleganter aussehen. Die in allen Ausstattungen serienmäßige Dachreling betont das hochwertige Design.  

Interieur mit Wohlfühl-Garantie. Wie die Karosserie zeigt auch das fahrerorientierte Cockpit klar die Design-Philosophie von Opel – skulpturales Design trifft auf deutsche Ingenieurskunst. Der Fahrer sitzt tiefer als bisher, ist damit besser ins Fahrzeug integriert und erhält so ein direkteres Fahrgefühl, sagen die Opelaner. Armaturen und Infotainment-Schnittstellen sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Während das Head-Up-Display den digitalen Anzeigencharakter verstärkt, vermittelt der rahmenlose Touchscreen des IntelliLink-Systems einen hochwertigen, technischen Charakter. Im Sinne einer einfachen, übersichtlichen Bedienung lassen sich viele Funktionen über den Touchscreen ausführen. Für den schnellen und intuitiven Zugriff weist die Mittelkonsole von oben nach unten in drei Reihen angeordnete Kontrollzentren für Infotainment, Klimatisierung und Assistenzsysteme auf. Alles sehr schön, sehr logisch, sehr ansprechend, aber Premium-Feeling will im Innenraum nicht so recht aufkommen.  

Mehr Platz. Auch die Passagiere im Fond profitieren von den optimierten Proportionen und genießen insgesamt mehr Platz. Der Kofferraum des Insignia Grand Sport kann sich mit 490 bis maximal 1.450 Liter Volumen sehen lassen. Der neue Sports Tourer fasst maximal 1.665 Liter – das sind über 130 Liter mehr Stauraum als im Vorgänger. Dazu kommen beste Aussichten mit dem auf Wunsch erhältlichen 1.400 x 860 Millimeter großen elektrischen Panorama-Glasschiebedach, das sich bis über die Köpfe der Fondpassagiere erstreckt.   Antriebstechnologien.

Zum Marktstart am 24. Juni 2017 rollen Limousine und Kombi mit einer breiten Palette an effizienten turbo-aufgeladenen Motoren und Getrieben der jüngsten Generation vor. Tests zeigen, dass der Verbrauch bei den beiden Volumenmotorisierungen im Insignia (Benziner: 1.5 Turbo; Diesel: 1.6 Diesel) nach dem realitätsnäheren WLTP-Zyklus (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) im Vergleich zum noch gültigen Neuen Europäischen Fahrzyklus um 3 bis 10 % sinkt. Klingt toll, aber ist stets abhängig von der Fahrweise.  

Das Antriebsangebot auf Benzinerseite beginnt mit dem neukonstruierten, hocheffizienten 1.5 Turbo mit 103 kW/140 PS und 121 kW/165 PS (Benzinverbrauch Grand Sport im NEFZ innerorts 7,3 l/100 km, außerorts 4,8-4,7 l/100 km, kombiniert 5,7 l/100 km, 130-129 g/km CO2; Sports Tourer im NEFZ innerorts 7,7-7,5 l/100 km, außerorts 5,3-4,8 l/100 km, kombiniert 6,2-5,8 l/100 km, 141-122 g/km CO2). Ein weiteres Highlight ist der Top-Benziner im neuen Opel Insignia: Der 2.0 Turbo leistet 191 kW/260 PS und generiert ein maximales Drehmoment von satten 400 Newtonmetern (Benzinverbrauch Grand Sport im NEFZ innerorts 11,2 l/100 km, außerorts 7,1 l/100 km, kombiniert 8,6 l/100 km, 197 g/km CO2;Sports Tourer im NEFZ innerorts 11,5 l/100 km, außerorts 7,1 l/100 km, kombiniert 8,7 l/100 km, 199 g/km CO2). Der Zweiliter-Vierzylinder kommt in Verbindung mit dem komplett neuen, besonders sanft schaltenden Achtstufen-Automatikgetriebe sowie dem hochentwickelten, im Segment einzigartigen Allradantrieb mit Torque Vectoring. Bei diesem Hightech-Allradsystem ersetzen zwei Kupplungen an der Hinterachse ein konventionelles Differenzial und können die Räder individuell, je nach Fahrsituation, in Sekundenbruchteilen beschleunigen.  

Abgerundet wird das Antriebsportfolio beim Insignia Grand Sport von einem ebenfalls neuen, besonders effizienten Sechsgang-Schaltgetriebe in Verbindung mit den 1,6-Liter-Dieselmotoren in den beiden Leistungsstufen 81 kW/110 PS und 100 kW/136 PS (Dieselverbrauch Grand Sport im NEFZ innerorts 5,1-4,6 l/100 km, außerorts 3,9-3,6 l/100 km, kombiniert 4,3‑4,0 l/100 km, 114-105 g/km CO2). Darüber rangiert der ebenfalls weiterentwickelte Zweiliter-Diesel mit 125 kW/170 PS, der zum Marktstart auch für den Sports Tourer verfügbar ist (Dieselverbrauch Grand Sport im NEFZ innerorts 6,7 l/100 km, außerorts 4,3 l/100 km, kombiniert 5,2 l/100 km, 136 g/km CO2;Sports Tourer im NEFZ innerorts 6,9 l/100 km, außerorts 4,3 l/100 km, kombiniert 5,3 l/100 km, 139 g/km CO2). Für die Kombivariante werden ebenfalls weitere Dieselmotorisierungen folgen.

Es wird auch innovative alternative Antriebe geben. Wann, steht noch nicht fest.

Exklusivität. Wer seinen neuen Insignia mit der neuen Line Exclusive personalisieren möchte, bekommt in absehbarer Zeit dazu Gelegenheit. Nur ein Beispiel: Man kann den Wagen in seiner Lieblingsfarbe lackieren lassen, also nichts von der Stange. Irgendeine Wunschfarbe sich ausdenken, mit dem Händler besprechen, Opel mixt die Wunschfarbe in Abstimmung mit dem Kunden. Interessant ist das z.B. für Firmen, die entsprechend ihrer CI auf bestimmte Farben setzen. Freilich ist der Spaß nicht ganz billig: Etwa das Dreifache des normalen Metalliclack-Aufpreises muss man schon kalkulieren. Quelle: DMM / Opel

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