Automobil

11. August 2017 | Von: Gernot Zielonka

Autoschlüssel weg - Was dann?

Verlegt, verloren, gestohlen? Bleibt der Autoschlüssel nach hektischem Suchen verschwunden, ist guter Rat teuer. Rund 14.900 Mal half allein der ADAC 2016 Autofahrern nach dem Verlust der Türöffner, 8 % mehr als 2015. Das Malheur hat Folgen, steckt in den modernen Schlüsseln doch jede Menge Hightech.

Türen, Wegfahrsperre und Zündschloss werden mit modernen Fahrzeugschlüsseln - das sind eigentlich schon kleine Computer - bedient, längst aber auch Fenster, Standheizung, Klimaanlage, Sitz- und Lenkradposition, Bordcomputer, Radiosender, sogar Parken ist möglich.

Der Ärger geht noch weiter: Die Versicherung kann bei falschem Handeln des "Schlüsselverlustigen" auf grobe Fahrlässigkeit pochen. Oder der ohnehin genervte Betroffenen har vergessen, den Verlust bei der Polizei anzuzeigen.

Wie also kommt man zu einem neuen Schlüssel? Wer zahlt den Schaden, und welche Verhaltensregeln gelten?

  1. Ist der Schlüssel weg, muss zuallererst die Kasko-Versicherung informiert werden. Selbst dann, wenn die Fahrt mit dem Zweitschlüssel weitergeht. Das Fahrzeug könnte mit dem verlorenen oder gestohlenen Türöffner ja wenig später entwendet oder ausgeräumt werden. In diesem Fall riskieren Autobesitzer aufgrund grober Fahrlässigkeit Abstriche bei der Entschädigung.
  2. Grob fahrlässig handeln Autofahrer generell, je eindeutiger sich der Zusammenhang zwischen Schlüssel und Auto darstellt. Wird der Schlüssel beispielsweise im Restaurant entwendet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Auto im Umkreis gefunden und gestohlen wird. Da ist schnelles Handeln gefragt und die Anzeige bei der Polizei Pflicht.
  3. Zu den Pflichten der Betroffenen gehört auch, das Fahrzeug bis zur Übergabe des neuen Schlüssels an einem sicheren Ort abzustellen. Das kann die Garage, aber auch der Kfz-Meisterbetrieb des Vertrauens sein.

Die Autoschlüssel selbst sind übrigens nicht versicherbar, die Kosten für den Ersatzschlüssel werden aber laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft von einigen Gesellschaften bezahlt. Da hilft ein Blick in die Vertragsklauseln.

Ist soweit alles geklärt, führt der nächste Gang in den Kfz-Meisterbetrieb oder zu einem ausgewählten Schlüsseldienst. Die sorgen für Ersatz. Fast vorbei sind die Zeiten, als der Schlüsseldienst anhand des zweiten Exemplars schnell und günstig für Ersatz sorgte. Das klappt heute nur noch bei Fahrzeugen mit rein mechanischen Schlössern, der Erstzulassung vor 1995 und ohne Wegfahrsperren.

Schlüssel für moderne Fahrzeuge ohne und mit Fernbedienung müssen beim Autobauer geordert und in der Werkstatt neu codiert werden. Das dauert maximal zwei Tage und kostet  je nach Hersteller und Aufwand mehrere hundert Euro. Hinzu kommt der Preis für das Programmieren des Zweitschlüssels. Für Ersatz und Anlernen benötigt die Werkstatt Fahrzeugschein, Personalausweis sowie den Carpass mit dem Sicherheitscode bzw. die Schlüsselnummer.

Wurde der Schlüssel vermutlich gestohlen, sollten zudem die Türschlösser getauscht werden. Bleibt der Fall: Der Schlüssel ruht schlicht und ergreifend im verschlossenen Auto. Hier hilf die Werkstatt mit Erfahrung und Spezialwerkzeug. Quelle: Deutsches Kfz-Gewerbe / DMM 

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