Automobil

11. August 2017 | Von: Gernot Zielonka

Mittelstandsverband gegen E-Quote

Nach dem aus Sicht von Experten verheerenden Ausgang des Dieselgipfels, von dem ausschließlich die Automobilindustrie als Verursacher des Dilemmas profitiert, fordert nun SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz der Industrie deutlich mehr Druck zu machen und die Einführung einer verbindlichen Quote für Elektroautos in Europa, um der in Deutschland lahmenden innovativen Antriebstechnik zum Durchbruch zu verhelfen.

Eine solche E-Quote setzt China ab 2018 um, gegen den Widerstand von Bundeskanzlerin Merkel, die die in Sachen E-Mobilität um Lichtjahre zurückgefallene deutsche Autoindustrie schützen will. Norwegen verbietet ab 2025 die Einfuhr von Autos mit Verbrennermotoren, Holland ab 2028, Großbritannien und Frankreich ab 2040.

Deutsche Branchenexperten hingegen fordern rigidere Abgasgrenzwerte und die dazu notwendigen politischen Leitplanken. Eine Quote wäre nicht nur unsinnig, sondern auch überflüssig, beont Mittelstandspräsident Mario Ohoven. Die EU hat bereits ein Flottenziel von 95 Gramm CO2/km für neu zugelassene Pkw ab 2020 festgesetzt. Momentan liegt der Durchschnittswert deutscher Neuwagen bei 127 Gramm. Die Autohersteller werden die Kohlendioxid-Ausstoß nach Meinung Ohovens allein schon deshalb senken, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) weiter: „Was wir jetzt brauchen, ist eine Nachrüstung der alten Dieselfahrzeuge und eine Rückkaufpflicht für Hersteller bei manipulierten, gewerblich genutzten Dieselfahrzeugen. Umweltprämien sind dagegen ein reines Marketinginstrument der deutschen  Autoindustrie." "Die Forderung nach einer Quote für Elektroautos sieht Ohoven als ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver von Martin Schulz. Elektromobilität müsse vielmehr durch Anreize gefördert werden, nicht durch Zwang. Vorrangiges Ziel sei dabei der flächendeckende Ausbau der Ladeinfrastruktur. Quelle: BVMW / DMM

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