Drei von zehn Fernverkehrszügen verspätet

Dr. Richard Lutz, seit 22. März 2017 Bahnchef, kann einem leid tun. Denn der Betriebswirt, der als erster deutscher Bahnchef aus einer Eisenbahnerfamilie stammt und demzufolge um das System Eisenbahn Bescheid weiß, konnte bis dato nicht verhindern, das die DB weiter in eine Krise gerollt ist.

Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr im August unter 70 %. Foto: DB

Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr im August unter 70 %. Foto: DB

In Deutschland stimmt so vieles nicht mehr, auch beim Thema Mobilität. Katastrophale Entwicklungen in der Luftfahrt mit Verspätungen und Flugausfällen, katastrophale Bedingungen auf den Fernstraßen und auch bei der Deutschen Bahn hapert’s gewaltig.  Dabei hatte es nach dem Wechsel an der Bahnkonzernspitze ganz gut ausgesehen, was die Zukunft der Bahn betrifft. Zusammen mit Personenverkehrsvorstand Berthold Huber und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla (Letzterer kommt ja aus der Politik als Merkels einst rechte Hand und die Frage ist, ob er von seiner Aufgabe überhaupt etwas versteht) wollte Lutz die DB wieder zu einem verlässlichen  Transporteur formen. Indes läuft das Programm „Zukunft Bahn“ eher wie auf vernachlässigten Schienensträngen, holprig und langsam. Die Pünktlichkeitsrat sackte im August 2018 auf 69,8 % ab. Zwar verzeichnete die DB im August eine leichte Verbesserung der Gesamtpünktlichkeit aller Personenverkehrszüge und des Nahverkehrs, die vor allem durch pünktlichere S-Bahnen erreicht wurde. Das Gesamtpünktlichkeitsniveau blieb aber weiterhin deutlich unter den eigenen Ansprüchen des Konzerns.

Wie schon im Vormonat führte die anhaltende Hitzeperiode auch im August zu mehr Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur. Die intensivierten Wartungsarbeiten in den DB-Werken stellten sicher, dass die Klimaanlagen in den Zügen weitgehend stabil funktionierten. Aufgrund der extremen Temperaturen kam es vor allem im Fernverkehr jedoch zu zahlreichen Verspätungen, die auf Fahrzeugstörungen zurückzuführen waren. Dadurch fielen die Pünktlichkeitswerte des Fernverkehrs wie schon in den Jahren 2013, 2014 und 2015 auf einen absolut unbefriedigenden Stand von 69,8 %. Verschärft wurde die Situation durch zahlreiche Brände in Gleisnähe, die viele Verspätungen und Umleitungen nach sich zogen. Das folgenreichste Ereignis stellte am 07. August ein Böschungsbrand bei Siegburg dar, der tragischerweise auf mehrere Anwohnerhäuser übergriff und zur Sperrung der ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt führte.

Die DB konzentriert ihre Anstrengungen derzeit darauf, die in den beiden Hitzemonaten angesammelten Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur nun zügig abzuarbeiten und im September wieder pünktlicher unterwegs zu sein. Quelle: DB / DMM

 

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