Flottenmarkt leicht im Plus

Der Relevante Flottenmarkt (gewerbliche Neuzulassungen ohne Fahrzeugbau-, Handel und Autovermieter) erreichte nach zwei etwas schwächeren Monaten wieder eine Steigerung. Die Neuzulassungen wuchsen nominal um 6,7 und bereinigt um 3,8 %.

Damit liegt das Flottengeschäft auch kumuliert mit einem Plus von 1,0 % wieder leicht über dem Vorjahresniveau. Voraussichtlich wird dieses Marktsegment im weiteren Jahresverlauf durch die WLTP-Einführung wieder hinter das Rekordniveau aus 2017 zurückfallen. Im Juli waren nur noch 58 % der neuen Flottenfahrzeuge mit Dieselmotor ausgestattet.

Privates und gewerbliches Segment zusammen betrachtet ist der deutsche Pkw-Markt im Juli 2018 mit einem Plus von 12,3 % zweistellig gewachsen. Neben der robusten Privatnachfrage (+ 16,1 %, bereinigt + 12,9 %), fielen vor allem die Zuwächse im Bereich der Sondereinflüsse auf. Der Fahrzeugbau erhöhte seine Eigenzulassungen um 24,5 %  (bereinigt + 21,0 %), und auch für den Fahrzeughandel ermittelte Dataforce erstmals seit Januar wieder mehr Neuzulassungen als im jeweiligen Vergleichsmonat (+ 16,3 %, bereinigt + 13,1 %).

Während im Privatmarkt sehr wahrscheinlich die nochmals verlängerten Dieselprämien den Ausschlag gaben, dürfte die Steigerung der taktischen Zulassungen bereits mit der im September anstehenden WLTP-Einführung zusammenhängen. Wenn zum Stichtag 01. September 2018 noch keine nach dem neuem Zyklus zertifizierten Messwerte vorliegen, können die betroffenen Fahrzeuge nicht mehr zugelassen werden, sodass die Hersteller versuchen werden, vorher noch für möglichst viele der absehbar betroffenen Konfigurationen eine Zulassung zu bekommen und diese als junge Gebrauchte weitervermarkten. Dementsprechend dürfte die Steigerung im August noch deutlich stärker ausfallen, wohingegen im September die Neuzulassungszahlen aller Wahrscheinlichkeit nach stark nachgeben werden.

Für den Privatmarkt kommen zu den durch die WLTP-Einführung verursachten Schwierigkeiten noch weitere Faktoren hinzu, die in den kommenden Monaten die Wachstumsraten weit ins Minus ziehen werden. Einerseits fehlt der Schub der Dieselprämien, die außerdem zu vorgezogenen Käufen geführt haben, andererseits werden die Zulassungszahlen ab dem nächsten Monat an Vergleichswerten aus 2017 gemessen, die bereits unter dem Einfluss der Prämien entstanden sind.

Mit einem Anteil von 5,6 % erreichten alternative Antriebe im Juli 2018 einen neuen Höchststand. Bedenkt man, dass dieser Wert vor 12 Monaten noch bei 3,5 % lag und vor zwei Jahren noch ohne große Veränderungen unterhalb der Zweiprozentmarke dümpelte, wird klar, wie rasant die Entwicklung ist und wohl auch weiter sein wird. Beim Dieselanteil zeichnet sich sowohl im Privatmarkt, den Autovermietern und auch bei Flotten eine Stabilisierung ab. Bei den Privatpersonen setzen weiterhin knapp unter 20 % auf einen Selbstzünder, in Flotten sind es noch rund 58 %. Steigende Kraftstoffpreise und die breiter werdende Verfügbarkeit von Euro 6d temp Modellen werden dazu beitragen, dass diese Anteile gehalten werden. Quelle: Dataforce / DMM

 

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