Greyhound streicht viele Buslinien

Im Oktober will Greyhound Canada viele unrentable Verbindungen streichen. Betroffen sind viele kleinere Städte und Gemeinden in ländlichen Regionen.

Greyhound Canada mit Hauptsitz in Calgary ist ein Unternehmen im Fernbuslinienverkehr in Kanada. Es ist ein Tochterunternehmen der schottischen FirstGroup Plc. und ist mit dem US-amerikanischen Greyhound Lines sowie mit Trailways of New York in einem Verbund tätig. Das Unternehmen fährt über 1.200 Ziele in Kanada an, verfügt über 480 Busse und beschäftigt über 2500 Mitarbeiter.

Seit Jahren aber leidet der Fernbusbetreiber unter einem erheblichen Passagierschwund. Auch Geschäftsreisende kehren dem Busunternehmen zunehmend den Rücken. Seit 2010 hat die Zahl der Busreisenden um 41 % abgenommen. Ursächlich dafür sind der verstärkte Wettbewerb durch staatlich subventionierte regionale und überegionale Transportdienstleister, die Zunahme an Lowcost-Flügen, immer mehr regulatorische Beschränkungen und die wachsende Individual-Mobilität (Pkw).

Geschockt von der Ankündigung, viele Strecken ab Oktober aufzugeben zeigte sich Brian Mason, Verkehrsminister der Provinz Alberta. Er sprach von einer bedauerlichen Entscheidung des Busunternehmens, das seine Angebote in West-Kanada radikal zusammenstreicht. Nicht in allen Fällen gebe es Alternativen, so Mason weiter. Und längst nicht alle kleineren Städte und Gemeinden verfügen über Intercity-Bus-Anschlüsse. Noch schlimmer sollen die Auswirkungen in Nord-Kanada sein, so Sheila North, Kandidatin für den Vorsitz der indigenen Völker Kanadas, befürchtet, dass Nordkanada buchstäblich vom Rest der Zivilisation des Landes abgehängt wird. Treffen wird das künftige Ausbleiben der Geyhound-Busse vor allem die Menschen, die ohnehin mit der Armut zu kämpfen haben und die sich kein Auto leisten können.

Ontario’s Verkehrsminister John Yakabuski betonte, er wolle mit den nördlichen kanadischen Gemeinden und Verkehrsunternehmen sprechen, um eine Lösung zu finden. Quelle:  Canadian Press / DMM

 

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