Ryanair's Gepäckregelung haut nicht hin

Ryanair kommt mit ihren eigenen Handgepäckregelungen nicht klar. Seit 15. Januar 2018 ist es bei Ryanair grundsätzlich nicht mehr möglich, wie zuvor zwei Handgepäckstücke mit in die Kabine zu nehmen, so wie es die meisten US-amerikanischen Airlines handhaben. Lediglich Passagiere, die fünf Euro mehr für das „Priority“-Ticket zahlen, können weiterhin mit dem üblichen Handgepäck fliegen. Jetzt ließ CEO Michael O’Leary auf einer Pressekonferenz wissen, die LC-Gesellschaft müsse wohl ihre Regelung vom Januar überarbeiten, weil nicht zu schaffen sei, die große Menge an Aufgabegepäck am Gate zu organisieren.

Ryanair wird wohl seine Gepäckregelung vom 15. Januar bald verändern. Foto: Ryanair

Am 15. Januar ließ Ryanair wissen, dass ab diesem Tag nur Kunden mit Priority Boarding – Priority Boarding kann während des Buchungsvorgangs für nur 5 Euro dazu gebucht oder für 6 Euro zu einer Buchung hinzugefügt werden und ist bis eine Stunde vor Abflug buchbar – gestattet sein wird, zwei Handgepäckstücke mit an Bord zu nehmen. Alle anderen Kunden werden ein kleineres Handgepäckstück mit den Maximalmaßen 35x20x20 cm an Bord nehmen dürfen, während ihr zweiter (größerer) Rollkoffer am Flugsteig kostenfrei in den Laderaum übergeben wird.“ Damit, so Ryanair in seiner Aussendung weiter, werde das Vorgehen bis zum Abflug beschleunigt und Flugverspätungen werden vermieden. Zudem werden den Kunden im Rahmen der neuen Richtlinien für Handgepäck niedrigere Gepäckgebühren bei einer Erhöhung des erlaubten Gewichts bei aufgegebenem Gepäck um 33 Prozent.

Wie DMM seinerzeit berichtete, darf man nach Buchung eines Standard-Tickets einerseits nur ein beagtes kleines Handgepäckstück mit an Bord nehmen; auch wer nur ein einziges Handgepäckstück dabei hat, sei es ein Trolley, Rucksack oder Tasche, muss besagtes Reisegepäck dem Mini-Maß entsprechen. Im KLartext: Einen Trolley kann man gar nicht mehr mit in die Kabine nehmen. Mit dieser zweifelsohne guten Regelung haben die Iren das leidige Problem vieler anderer Fluggesellschaften gelöst, dass es nicht ständigen Ärger mit dem Zuviel an Handgepäck gibt, das die Passagere mit in die Kabine schleppen und das einfach nicht vollständig in die Gepäckablagefächer passt.

Doch geht die Maßnahme in der Realität nicht so auf wie gewünscht und von einer Beschleunigung des Boardings kann keine Rede sein. Denn die seit etwas mehr als vier Monaten geltenden Regelungen hauen besonders zu Spitzenzeiten nicht hin. Es sind einfach zu viele Flüge, bei denen bis zu 120 Gepäckstücke kostenlos vom Gate zum Flugzeugladeraum gebracht und dort verstaut werden müssen. O’Leary: „Wenn das so weitergeht, müssen wir uns die Regelung noch einmal anschauen.“ Was das „Anschauen“ heißt, kann man sich an einem Finger abzählen: Der Spaß wird in Zukunft wohl kostenpflichtig werden. Quelle: Ryanair / DMM

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