Streik der Schweizer Fluglotsen

Die Schweizer Skycontrol hat ab 23.Juli 2018 einen mehrtägigen Streik in Aussicht gestellt. Skycontrol ist die Gewerkschaft, in welcher die Fluglotsen der Flughäfen Genf, Bern, Sitten, Grenchen und Emmen organisiert sind.

Hintergrund der Streikankündigung ist die Ablehnung eines jüngst durch Skyguide vorgelegten Gesamtarbeitsvertrags durch Skycontrol. Skyguide hat parallel dazu gemeldet, dass sie sich mit drei anderen Fluglotsen-Personalverbänden vor der Schlichtungsstelle des Kantons Genf auf einen neuen GAV geeinigt habe und dieser aktuell unterzeichnet worden sei. In Zürich wird also nicht gestreikt – dennoch könnte der Streik, sofern dieser durchgezogen wird, für den ganzen Schweizer Luftraum Konsequenzen haben und damit auch alle internationalen Flüge beeinträchtigen.

Geplant ist, dass am 23. Juli morgens während vier Stunden gestreikt wird, danach am 24. Juli während acht Stunden und am 25. Juli den ganzen Tag, also von 06.00 bis 23.30 Uhr. Es wird gedroht, dass bei ausbleibender Reaktion durch Skyguide der Streik noch darüber hinaus fortgesetzt wird. Betroffen dürften bis zu 50 Flüge ab/zu den genannten Flughäfen sowie bis zu 3.500 Überflüge über die Schweiz sein.

Skycontrol-Präsident Maximilien Turrettini kritisierte, dass man seit über eineinhalb Jahren ohne GAV sei; mehrere Verhandlungen seien gescheitert, auch eine Mediation. Der jetzt vorgelegte GAV sei von den eigenen Mitgliedern zu 77 % abgelehnt worden. Wichtigster Punkt sei die Ruhetag-Regelung: Aktuell komme es aufgrund fehlenden Personals oft dazu, dass sechs Tage am Stück und nach einem Ruhetag nochmals fünf Tage am Stück gearbeitet werde. Gefordert werden 125 garantierte Ruhetage pro Jahr. Darüber hinaus wird ab 2017 für drei Jahre eine jährliche Lohnerhöhung von 1,8 % gefordert, oder aber noch mehr Ruhetage. Dazu wird ein Moratorium bei den Krankenkassen-Bestimmungen bis 2020 gefordert.

Skyguide hat kein Verständnis für das Vorgehen von Skycontrol, welche die Verhandlungen über einen GAV als einzige Gewerkschaft bereits nach kurzer Zeit verlassen habe. Die Flugsicherungsgesellschaft verurteilt die geplante Arbeitsniederlegung als ungerechtfertigt und verantwortungslos. Quelle: travelnews.ch / DMM

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