Verbesserungen im Fernverkehr

Weitere neue ICE 4-Züge verstärken die Fernverkehrs-Fahrzeugflotte der Deutschen Bahn. Und etliche IC auf der Relation Köln-Hamburg sollen auf ICE umgestellt werden. Außerdem sind Geschäftsreisende künftig mit modernen CD-Eurocitys in nur knapp 4 Stunden von Berlin in Prag.

Die EC Prag-Hamburg verkehren mit hoh komfortablen Reisezugwagen und Hightech-E-Lok durchgehend. Foto CD Jan Chaloupek

Für Unternehmen wird die Bahn noch einen Tick attraktiver. Denn die DB weitet ihr Angebot für Fernverkehrskunden erneut aus. Zum einen mit einem höheren Anteil an ICE-Zügen: Die Auslieferung weiterer ICE 4-Züge, der neuesten ICE-Generation, ermöglicht ein größeres Platzangebot auf den besonders nachfragestarken Nord-Süd-Verbindungen. Zudem werden zwischen dem Ruhrgebiet und Hamburg drei Intercity-Fahrten durch ICE 1-Triebzüge ersetzt. Zum anderen mit einer schnelleren Verbindung: Auf der grenzüberschreitenden Eurocity-Linie Hamburg-Berlin-Prag verkürzt sich die Fahrzeit zwischen den beiden Hauptstädten durch den Einsatz von Mehrsystem-Lokomotiven der CD (zehn von der österreichischen ELL gemietete Vectrons) auf rund vier Stunden. Das neue Angebot ist mit dem kleinen Fahrplanwechsel am 10. Juni in Kraft getreten.

Erhöhtes Platzangebot auf nachfragestarken Verbindungen. Mit 18 Zugfahrten täglich sind mehr ICE 4-Züge auf dem Streckennetz unterwegs. Zwischen Hamburg und Stuttgart verkehren fünf Zugpaare, auf der Verbindung Hamburg-München werden vier Zugpaare unterwegs sein. Bisher waren es auf beiden Linien jeweils drei Zugpaare. Die neuen zwölfteiligen Triebzüge bieten 830 Fahrgästen Platz, viel Stauraum für Gepäck und ermöglichen eine Fahrradmitnahme. Freilich geht es in der 2. Klasse reichlich eng zu, wie DMM schon mehrfach erleben durfte. Auf den beiden genannten nachfragestarken Magistralen reisen mehr als 10.000 Reisende pro Tag und damit etwa 3 % aller Fahrgäste des Fernverkehrs.

Auf der neuen Schnellfahrstrecke zwischen München und Berlin werden zwei besonders stark nachgefragte Fahrten am Wochenende ab 30. Juni um einen zusätzlichen Zugteil verstärkt. Damit verdoppelt sich das Platzangebot für den ICE 1506, samstags 14.55 Uhr ab München, und den ICE 1507 sonntags, 8.30 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof.

Umstellung von IC-Fahrten auf ICE. Auf der Strecke Köln-Hamburg, wo der DB mit Flixtrain ein mächtiger Konkurrent erwächst, setzt die DB auf ausgewählten Verbindungen ICE-Züge statt IC-Züge ein. Die Bahn spricht dabei von Verbesserung des Komforts für die Reisenden, tatsächlich aber bieten die Reisezugwagen in IC erheblich mehr Sitzkomfort im Vergleich zum ICE. Laut DB handelt es sich um das ICE-Zugpaar 1022/1023 Hamburg–Köln–Frankfurt/Main (Hamburg Abfahrt 7.46 Uhr bzw. Ankunft 22.14 Uhr) sowie die Morgenverbindung ICE 1026 montags bis freitags von Bremen (Abfahrt 7.17 Uhr) nach Hamburg. Ebenso fährt wieder das Zugpaar ICE 274/279 Berlin–Braunschweig–Frankfurt/Main–Basel, das vorübergehend als IC im Einsatz war (ab 25. Juni Berlin Abfahrt 8:30 Uhr bzw. Ankunft 23.32 Uhr, davor baubedingt um eine Stunde versetzt).

Rund 10 Minuten schneller zwischen Prag und Berlin/Hamburg. Die ebenfalls stark nachgefragte Eurocity-Verbindung Hamburg-Berlin-Prag wird beschleunigt. Von Prag nach Berlin sinkt die Reisezeit ab 10. Juni um zwölf Minuten auf nur noch knapp 4:10 Std. - zusätzlich zur bereits Ende 2017 erfolgten Beschleunigung um 13 Minuten. Von Berlin nach Prag reduziert sich die Fahrzeit um 10 min. auf in der Regel rund 4:05 Std.. Zwischen Hamburg und Prag beträgt die Fahrzeit künftig in beiden Richtungen rund 6:40 Std..

Möglich wird dies durch den Einsatz von Mehrsystemlokomotiven, die einen zeitaufwändigen Lokwechsel in Dresden überflüssig machen. Die CD-Waggons bieten mehr Komfort als alle ICE der DB. Die Eurocity-Linie fährt weitgehend im Zwei-Stunden-Takt. Zum Einsatz kommen modernisierte Reisezugwagen der Tschechischen Bahn mit Vollklimatisierung, kostenfreiem W-LAN und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Quelle: DB / DMM

 

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