VW-Konzern bei CC-Innovationen Nr. 1 weltweit

Tesla, das Vorzeigeunternehmen von Elon Musk, hat im vergangenen Jahr 58 % an Innovationskraft bei den Connectivity-Innovationen eingebüßt. Der VW-Konzern bleibt dagegen trotz Dieselskandal und einem Rückgang an Neuerungen der Autohersteller, der mit Abstand die meisten CC-Innovationen weltweit in Serie bringt. Das ist das Ergebnis der Connected-Car-Innovation-Studie 2018 des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.

Die Studie unter Leitung von Prof. Stefan Bratzel hat alle vernetzungsbezogenen Innovationen erfasst, die die 19 globalen Autohersteller im zurückliegenden Jahr auf den Markt gebracht haben. Ausgewertet wurden 543 Connected Car-Innovationen, also Neuheiten im Bereich Vernetzung, Assistenz- und Sicherheitssysteme, Bedien- und Anzeigekonzepte. Diese Innovationen machen bereits einen Anteil von 53,6 % aller Neuerungen der Hersteller aus. Damit sind Connected-Car-Innovationen im Auto inzwischen genauso wichtig wie Innovationen im Bereich Antriebs- und Fahrzeugtechnik. 2010 lag der Anteil von Neuerungen aus dem Bereich Connected Car erst bei 29 %.

Tesla ist im Vergleich zum Vorjahr von Rang 3 auf 6 zurückgefallen, der Indexwert für Innovationen sank von 69 auf 29 Punkte. „Tesla ist über die Autobranche eingebrochen wie ein Tornado, auch in Sachen Innovationen im Connected Car. Nun muss das Enfant Terrible der Mobilität jedoch erst einmal nachweisen, dass seine zahlreichen Ankündigungen nicht nur leere Versprechungen bleiben“, sagt Prof. Bratzel.

Zwar hat auch die Innovationskraft des VW-Konzerns infolge der betrügerischen Machenschaften gelitten, der Indexwert für die Innovationsstärke sank von 134 auf 95, doch damit liegt Volkswagen weltweit weiterhin an der Spitze. Innovationsstärkste Konzernmarke bei „Connectivity“ ist mit Abstand Audi, weit vor Porsche und VW. Stark verbessert zeigt sich BMW: Die Bayern verdoppelten ihren Indexwert von 35 auf 70 und schoben sich damit von Rang 4 auf 2. BMW verdrängte den Vorjahreszweiten Daimler auf den dritten Rang. Daimler, ebenfalls in Betrügereien beim Thema Diesel verwickelt, notiert eine kräftige Verschlechterung des Index-Werts von 84 auf 52 Punkte.

Noch zu den Top-Performern kann der japanische Autobauer Toyota gezählt werden, der sich von Rang 14 auf 4 verbesserte. Der Indexwert stieg von 16 auf 40 Punkte. „Toyota hat sich lange Zeit auf den Antriebssektor fokussiert – vielleicht viel zu lange“, sagt Studienleiter Bratzel. Doch dank seiner Marktmacht und wiederentdeckten Innovationskraft habe das Unternehmen die Chance, „verlorenen Boden schnell wiedergutzumachen“. Hinter Toyota folgen Ford, das sich von Platz 9 auf 5 verbessern konnte (Indexwert: 30), und Tesla auf Rang 6 (29).

Japan und vor allem China machen der deutschen Autoindustrie in Sachen Innovationen immer mehr zu schaffen. Im neuen Conncected Car Innovationsranking des Center of Automotive Management (CAM) liegt Deutschland in punkto Innovationen noch auf dem ersten Platz. Doch Japan und China haben die Zahl der technischen Innovationen stark erhöht, während die deutschen Hersteller deutlich weniger Neuentwicklungen in den Markt gebracht haben. China hat so stark zugelegt, dass es erstmals die USA überholt und vom dritten Rang verdrängt hat.

2017 kamen 35 % aller Connected-Car-Innovationen im Auto aus Deutschland. Allerdings lag der Anteil 2016 mit 41 % noch deutlich höher. Umgekehrt haben die japanischen Autohersteller 19 % der Innovationen in Serie gebracht (Vorjahr: 11 %). Stark zugelegt hat auch China und seinen Anteil an den Innovationen von 10 auf 16 % gesteigert. Einen Einbruch erleben die amerikanischen Hersteller, insbesondere Tesla und GM. Aus den USA kamen nur noch 14 % der Neuentwicklungen, ein Jahr zuvor waren es noch 20 %.

Sorge bereitet dem Studienleiter Stefan Bratzel der starke Rückgang der Innovationskraft in Deutschland. „Die Bunderegierung macht zu wenig in Sachen digitaler Transformation. Man hat das Gefühl von Stillstand“, so Bratzel, der die Studie seit vielen Jahren durchführt. „Wir sollten uns nicht darauf ausruhen, dass wir Exportweltmeister sind und die Wirtschaft boomt. Das könnte zu einem bösen Erwachen führen.“ Der Wissenschaftler erwartet von der Bundesregierung mehr Führungskraft und Initiative. „Wer von Leitmärkten spricht und bei vielen Technologien zur Weltspitze gehören möchte, muss auch beweisen, dass es ihm ernst damit ist, und dass er eine Vision davon hat, wie sich die Industrienation in den kommenden 20 Jahren aufstellen will. Quelle: CAM / DMM

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